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w724v Typ C WLAN Verbindung unterirdisch

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Hallo zusammen,

 

seit einigen Wochen haben wir einen w724v Typ C, da es mit einem Typ B Gerät Probleme gab.

Diese Probleme sind zwar verschwunden, allerdings haben wir uns mit dem neuen Gerät auch neue Probleme ins Haus geholt.

 

Konkret geht es um die WLAN Verbindung. Alle Geräte, die per WLAN verbunden sind haben regelmäßig Verbindungsabbrüche und die Downloadgeschwindigkeit ist komplett im Keller. Teilweise bekam ich Nachrichten bei Whatsapp oder anderen Diensten stark verspätet oder erst wenn ich die App geöffnet habe. Über Ethernet gibts keine Probleme. Anfangs hat ein Neustart des Routers noch geholfen, mittlerweile ist das WLAN aber unbenutzbar.

 

Ich sehe ehrlich gesagt auch nicht ein, einen neuen Router zu kaufen (Fritzbox zb). Der Speedport ist ein Mietgerät und ich erwarte eigentlich auch, dass die Grundfunktionen des Routers problemlos funktionieren. Mit dem Typ B Gerät gab es mit dem WLAN keine Probleme.

 

Jetzt ist natürlich die Frage, ob die Geräte durch die Bank WLAN Probleme haben und ob sich damit ein Austausch gegen ein (vermutlich) gleiches Gerät lohnt.

 

Grüße

unexist

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@unexist und @Nutzer 1957 und @all:

 

Mal eine Anmerkung allgemeiner Art, wenn es Probleme mit dem WLAN von (Speedport-)Routern gibt, liegt es zum überwiegenden Teil nicht an den "Krüppelroutern" sondern an den gewählten Einstellungen in den WLAN Access Points und in den WLAN Clients.

 

Ein WLAN Access Point ist zum Beispiel der WLAN Router also auch der Speedport. Ein WLAN Client kannn ein PC, ein Laptop, ein Smartphone, ein Tablet, eine Spielekonsole, eine Überwachungskamera .... sein.

Die Einstellungen im WLAN Access Point als auch im WLAN Client müssen aufeinander abgestimmt sein.

 

Allgemeines

 

Außerdem hängt die WLAN Performance von den "WLAN Umgebungsbedingungen" ab. Auf den WLAN-Frequenzen im 2,4 GHz Bereich können sich "Tod und Teufel" tummeln, die dann die eigene WLAN-Verbindung störend beeinflussen:

 

Im 5 GHz WLAN Band können bevorrechtigte Funkanwendungen wie Wetterradar zum Wechsel des Kanales und somit zu kurzen Unterbrechungen führen:

 

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Schnelles-WLAN-11ax-Chips-nun-auch-von-Broadcom-3806999.html
schrieb:

Wollen WLAN-Basen Nachbarnetzen durch Kanalwechsel ausweichen oder müssen sie nach Erkennen eines Radarpulses innerhalb der hohen Kanäle 52 bis 140 umschalten, dann müssen sie auf dem Zielkanal zunächst lauschen, ob dort andere Systeme wie Wetter- oder Militär-Radare arbeiten. Dadurch reißt eine 5-GHz-Verbindung gelegentlich für mindestens eine Minute ab

WLAN-Konfiguration

 

Dualband-Betrieb

 

Regelmäßige WLAN-Verbindungsabbrüche können schon dadurch provoziert werden, dass bei Dualband-Betrieb mit gleichem WLAN-Namen (=SSID) in den Clients keine Vorgabe für den genutzten WLAN-Frequenzbereich gemacht wurde oder aber die Energiespar-Einstellungen aktiv sind. Außerdem sollte, falls vorhanden im Smartphone der "Intelligente Netzwechsel" deaktiviert werden.

 

Smartphones haben in der Regel ein "schwachbrüstiges" WLAN. Wenn sie auch 5 GHz anbieten, dann meistens nur die unteren Kanäle. Hier ist in der Regel das weniger von der häuslichen Infrastruktur abhängige 2,4 GHz Band zu wählen, d.h., dort sind die Ausbreitungsbedingungen etwas besser.

 

Screenshot_2015-08-09-09-54-26.png

 

Auch für Laptops  kann es günstiger sein, das WLAN Band vorzugeben, damit Abbrüche nicht durch "switchen" zwischen den Bändern erfolgen.

 

Zwischenablage02.jpg

 

Eine weitere Möglichkeit ist, den beiden WLAN-Bändern unterschiedliche WLAN-Namen zu vergeben.

 

Übrigens sollten bei der eigenen Vergabe von WLAN-Namen und WLAN-Schlüsseln Umlaute, ß sowie Sonder- und Leerzeichen unbedingt vermieden werden.

Inzwischen wird auch in aktuellen "Consumer-Routern" das WLAN Band Steering eingeführt, Danke für den Hinweis von Nordlicht1, der hier am Beispiel der FRITZ!Box-Software auf entsprechende Einstellmöglichkeiten hinweist. Beim WLAN Band Steering bestimmt der Router in welchem WLAN-Band sich der Client mit dem Router zu verbinden hat. Das kann sinnvoll sein und funktionieren, kann aber auch in Abhängigkeit der jeweiligen Infrastruktur eher zum Gegenteil führen. 
 

Energiespar-Einstellungen

 

Gerade Laptops, Tablets und Smartphones bieten Energiespar-Einstellungen, die eine WLAN-Nutzung bei temporärem Nichtgebrauch abbrechen. Daran ist dann aber auch nicht der "Krüppelrouter" schuld, ;-).

 

Screenshot_2015-08-09-09-54-39.png

 

Zwischenablage01.jpg

 

 

 

Kanalwahl

 

Dann ist natürlich die Kanalwahl ein wichtiger Faktor, es sollte ein möglichst freier Kanal genutzt werden. Die Suche nach einem freien Kanal kann mit Hilfe einer Smartphone-APP wie WiFi Overview 360 oder auf dem PC/Laptop inSSIDer erfolgen. Mit diesen Tools wird schnell ersichtlich, dass egal ob Speedport oder FRITZ!Box, die Router "automatisch", ;-),  immer den untersten Kanal wählen:

 

Screenshot_2015-05-28-17-58-42.png

 

Die Suche nach einem freien Kanal sollte sowohl am Standort des Routers als auch am Standort der Clients erfolgen.

 

Bei fester Kanalwahl bitte unbedingt auch das Kanalschema im 2,4 GHz-Band zur überlappungsfreien Nutzung der Kanäle beachten:

 

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/12/NonOverlappingChannels2.4GHzWLAN-de.svg

 

Im 5 GHz WLAN Frequenzband sollte, wenn möglich und im wahrsten Sinnde des Wortes keine bevorrichtigten Nutzer wie Wetterradar dazwischenfunken, die Kanalgruppe 100+ gewählt werden, da ab Kanal 100 eine deutlich höhere Sendeleistung genutzt werden darf. In größeren Wohngebieten, im städtischen Bereich ist aber mit Wetterradar & Co. nicht zu rechnen.

 

Zwischenablage01.jpg

 

 

 

 

Sendeeinstellungen

 

Grundsätzlich die Volle Sendeleistung einstellen.

 

In stark belegten 2,4 GHz WLAN Umgebungen sollte unbedingt in den Sendeeinstellungen des Speedport das Häkchen bei max. 300 Mbit/s entfernt werden!

 

Übertragungsmodus (WLAN Standard)

 

Bei Nutzung des 2,4 GHz Bandes kann es evtl. die erzielbare Datenrate erhöhen, wenn der "antike" WLAN-Standard 802.11b deaktiviert wird. D.h., im Speedport wäre dann als Übertragungsmodus 802.11g + 802.11n zu wählen.

 

 

Hardware

 

Aufstellung / Positionierung des Routers

 

Dann ist die Aufstellung des Routers entscheidend. So wie die Sendeanlagen auf Mobilfunkmasten und Fernsehtürmen nicht im Bergwerksschacht stehen, sollten auch die Router so angeordnet werden, dass das WLAN- und DECT-Sendesignal möglichst ungehindert (Sichtverbindung!) in die genutzten Richtungen abstrahlen kann. Wände und Decken dämpfen das Signal schon zur Genüge, dann muss der Router, wie ich es persönlich schon erlebt und auch hier:

 

 

 

 

gesehen habe, also nicht neben der TAE-Dose hinter einem Schuhschrank stehen. Auch die "Unterbringung" des Routers in einem Schaltschrank

 

 

ist nicht zu empfehlen, ;-), wenn WLAN und DECT genutzt werden.

 

Zu dem Thema Aufstellung siehe auch dieses Video:

 

 

Das gleiche gilt natürlich auch für die stationären Clients, warum muss der Nano-USB-WLAN-Stick, der sowieso nicht zu empfehlen ist, in der rückseitigen USB-Buchse des Desktop-PCs stecken, der direkt vor einer Wand steht?

 

 

Auswahl der WLAN Hardware

 

Die WLAN-Performance hängt nicht nur vom "Krüppelrouter" sondern auch von der Client-Hardware ab. Hier mal ein Vergleich zwischen einem Nano-WLAN-USB-Stick mit "Winzantenne":

 

150mbpswireless80211bgn.jpg

 

und einem WLAN-USB-Stick mit ext. Antenne:

 

realtekrtl8189su.jpg

 

Letzterer erzielt die vierfache Empfangsleistung (6 dB)!

 

Zusammenfassung

 

  1.  mögliche Störquellen vermeiden (Funkmaus/tastatur..)

  2.  bei Dualbandbetrieb unterschiedliche WLAN-Namen (SSIDs) vergeben oder in den WLAN-Clients (Laptop, Smartphone ...) das genutze WLAN-Band vorgeben; bei Routern die WLAN Band Steering unterstützen kann es sinnvoll sein, die Steuerung dem Router zu überlassen

  3.  in den Clients mögliche Energiespareinstellungen für das WLAN abschalten

  4.  mit einem Smartphone-Tool wie Wifi Overview 360 einen möglichst freien Kanal sowohl am Standort des Routers als auch am üblichen Standort des Clients suchen und diesen fest wählen; dabei ist das festgelegte Kanalraster (siehe verlinktes Bild) zu beachten

  5.  grundsätzlich die Volle Sendeleistung einstellen und im belegten 2,4 GHz Band das Häkchen bei max. 300 Mbit/s entfernen

  6.  im 2,4 GHz Band den Übertragungsmodus möglichst auf 802.11g + 802.11n stellen, außer es sind noch sehr alte WLAN-Geräte in Betrieb, die nur den 802.11b Standard unterstützen

  7.  den Router möglichst zentral,  frei und in Kopfhöhe aufstellen

  8.  die WLAN-Client-Hardware sollte bei fest aufgestellten Geräten (Desktop-PC) auch möglichst frei positioniert werden; es sollte Hardware mit externen Antennen genutzt werden

 

Also, es gibt viele Ursachen für mögliche WLAN-Probleme, der "Krüppelrouter" ist in der Regel nicht die Ursache!

 

Gruß Ulrich

 

Nachtrag: @Gurke hat mich gerade noch auf diesen ähnlichen Beitrag hingewiesen:

 

http://www.t-online.de/digital/id_43970384/wlan-haeufige-fehler-in-privaten-funknetzwerken.html

 

2. Nachtrag: @Mikko hat mich dankenswerterweise noch auf diese drei wirklich guten Videos hingewiesen:

 

 

 

 

3. Nachtrag: weitere Hinweise siehe hier:

 

https://www.telekom.de/hilfe/geraete-zubehoer/heimnetzwerk-powerline-wlan/wlan?

 

Meine Signatur: Der wichtigste Link für Speedport Nutzer/innen:
http://speedport.ip/html/login/status.html
Achtung: Beim Speedport Pro gilt folgender Link http://speedport.ip/2.0/gui/status/

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Bessere Geräte lohnen sich immer, denn wer billig kauft, kauft mehrfach…. Bezüglich der WLAN Verbindungen sollte man die Physik nicht vergessen. Wo befindet sich der Router? Ändern sich Empfangsverhältnisse, wenn man den Standort des Routers ändert. Befindet sich Metal zwischen Router und PC/Smartphone? Befinden sich andere Funkquellen in der Nähe (DECT Telefon, andere WLAN Router, Funkwetterstation, Mikrowelle o.ä.) ? Je höher der Kanal gewählt (Frequenz), umso schwieriger wird es bei Stahlbeton. Was man bei WLAN bedenken sollte ist, das die Sendeleistung der Router in Deutschland vom Gesetzgeber beschränkt ist und daher bei allen Geräten ungefähr gleich. Es gibt jedoch WLAN Router mit Antennenanschlüssen und durch die Verwendung mehrerer externer Antennen lässt sich der Empfang verbessern. Auch mit speziellen WLAN Repeatern kann man arbeiten. Der W724V ist ein low-cost Router für den Massenmarkt und in 99% aller Fälle ausreichend. Bei schwierigen bautechnischen Problemen (Stahlbeton) wird man mit dem Router keine Freude haben. Übrigens erkennt man low-cost Router häufig an den fehlenden Antennen/Antennenanschlüssen.
...... mein erster Rechner hatte einen Takt von einem MHz und er war schnell. Heute sind die Taktfrequenzen tausend mal höher, aber wirklich schneller sind sie für mich nicht geworden .....
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Hallo,

 der Router steht zentral in der Wohnung, und mit dem Typ B Gerät gab es ja wie gesagt auch keine Probleme. Anfangs ging es mit dem Router ja auch, aber seit kurzem läuft das WLAN nur noch auf Sparflamme, egal was man macht. Der Empfang an sich ist laut Wifi Scannern in der ganzen Wohnung auch im grünen Bereich, also scheint es definitiv am Router zu liegen.

 

Das die Speedports keine High-End Geräte sind, war mir schon klar. Sieht man ja auch an den zahlreichen Beschwerden hier im Forum. Aber trotzdem kann man erwarten, dass die Grundfunktionen ihren Dienst erledigen.

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Neue Geräte müssen nicht besser für Kunden sein. Die Hersteller sparen zuerst an den Antennen - bestes Beispiel ist z.B. AVM, die investieren jedoch viel in Software. Andere Hersteller verwenden Router mit grossen externen Antennen, aber die Software und die Funktionen sind oft unterirdisch. Der Speedport ist zwar nicht schlecht, aber 5Euro/monat wäre mir zu teuer. Ich würde einfach bei Amazon Kundenberichte lesen und mir dann einen billigen TP-Link Router besorgen. Wenn es um WLAN geht, dann habe ich selten so viel positives gehört... TP-LINK Router mit Modem kosten zwischen 20-50Euro...
...... mein erster Rechner hatte einen Takt von einem MHz und er war schnell. Heute sind die Taktfrequenzen tausend mal höher, aber wirklich schneller sind sie für mich nicht geworden .....
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Hi, danke für den Tipp.
Die TP-Link Router scheinen keinen Anschluss für ein Telefon zu haben, sehe ich das richtig? Dieser Anschluss wäre allerdings notwendig, da unser Telefon direkt am Router angeschlossen ist.