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        IP-Anschluss und Faxgerät/QoS bzw. Annex-Variante

        Starter
        Beitrag: 1 von 8
        Hallo zusammen,

        ich habe einen Kunden, für den ich die technische Umsetzung seines Internetanschlusses realisieren soll.

        Bisher war ein Call Basic ISDN Anschluss geschaltet (das Gebiet des Kunden zählte in den letzten 11 Jahren zu den weißen Flecken auf der Landkarte wo mehr nicht ging). Vor Ort ist eine 6 Monate alte ISDN-Anlage, die man VoIP-fähig machen könnte, ein 5 Jahre alter ISDN-Router und eine WLAN-Internetanbindung (802.11a).

        Jetzt soll(te) umgestellt werden auf Call & Surf Comfort IP (5) (Kunde wurde durch Telekom angerufen).
        Da meinerseits - durch mehrfache Anrufe heute - technische Details des Anschlusses nicht geklärt werden konnten, musste ich den Auftrag (...) stornieren, da ich mit den mir zur Verfügung stehenden Informationen keinen zuverlässigen Betrieb garantieren kann und ich im Allgemeinen genau dann bestellt werde, wenn Qualität und Zuverlässigkeit oberste Priorität haben. Zuvor wurde bereits der Vorgänger-Auftrag (...) vom Kunden selber storniert, als dieser mich anrief und mir mitteilte dass dort ein Speedport W 921V-Router mit auf dem Auftrag stand mit dem ich einerseits keine Qualität sicherstellen kann und der andererseits nicht VPN- u. WDS-fähig ist und möglicherweise nicht mal remote administriert werden kann. In erster Linie war es heute meine Absicht, einen Router zu bestellen, der die Anforderungen für den zu schaltenden Anschluss erfüllt. (Kunde benötigt eine VPN-Verbindung, da er einen All-in-one-Netzwerk-Drucker-Scanner-Kopierer hat und keinen PC und die ganze IT bei seinem Sohn abgewickelt wird, der von dem weißen-Fleck-Problem nicht betroffen war).

        Die Fragen die für mich dabei im Raum stehen sind nun die Folgenden :

        1) Woran sehe ich, ob ADSL Annex B oder J geschaltet wird? Warum kann einem das keiner sagen? Wer ist da mein Ansprechpartner bei der Telekom? Warum schaltet man bei neuen All-IP-Anschlüssen überhaupt noch ADSL Annex B?

        Hintergrund: Viele VoIP-Router, z. B. von LANCOM, sind derzeit leider nicht Annex J-fähig. Nehme ich einen Annex J-fähigen LANCOM-Router (z. B. 1781AW), was kein Problem darstellt, muss aber der VoIP-Teil anderweitig z. B. über ein Gigaset DX800A realisiert werden.
        Zusatzfrage: Wenn die Telekom derzeit Annex B schaltet und ich bestelle einen Router der auch nur Annex B kann, kann die Telekom dann eines Tages einfach auf Annex J umstellen und der Kunde hat dann ein Problem?

        2) Was soll der Splitter noch bei All-IP-Anschlüssen? Dient der (bei Annex B) einzig der Filterung der PSTN-Speisespannung? Die Hotline hat mir heute leider erzählt, dass das davon abhängt, ob in den Routern schon Splitter integriert sind oder nicht.

        3) Die zentrale Frage heute war, unterstützen die SIP-Server der Telekom das Protokoll T.38 für die sichere Übertragung von Faxen über VoIP. Anscheinend hat bei der Telekom noch nie jemand, auch nicht die Technik-Abteilung, was von T.38 gehört. Mir wurde lediglich mitgeteilt (nachdem ich zuvor gerade sagte, dass der Speedport nicht Bestandteil des Auftrags ist), dass Fax über den Speedport funktionieren würde. Nur mit dieser Aussage kann ich leider nichts anfangen, die ist eher wie ein Kaugummi.

        Hintergrund: Um Faxe über VoIP zuverlässig zu übertragen, bedarf es besonderer Maßnahmen. Dazu zählt bei Echtzeitübertragung z. B. das T.38-Protokoll. Alternativ kann eine Übertragung über ein Gateway per E-Mail mit T.37 realisiert werden. Selbiges scheint bei der Telekom in eine Richtung sogar realisiert zu sein, d. h. man kann sich seine Faxe als PDF per E-Mail zuschicken lassen. Problem ist nur die andere Richtung, wie soll der Kunde zuverlässig ein Fax verschicken? (Man beachte auch die Notwendigkeit eines Faxes in Deutschland: Eine Versicherung kann man per Fax kündigen, aber nicht per E-Mail.)

        4) Wie wird QoS bei VoIP realisiert? Über DiffServ/DSCP oder über eine 2. PVC (2. ATM-Verbindung) oder über VLAN?

        Hintergrund: Ein funktionierendes QoS incl. Bandbreitenreservierungen sowohl in Up- als auch in Downloadrichtung usw. sind wichtig für VoIP ohne Paketverluste und Verzögerungen. Blöderweise gibt es einige neuere Router mit Annex J, die eine 2. PVC wiederum nicht mehr unterstützen, insofern ist hier eine genaue Abklärung der Lage unabdingbar.

        5) Ist IPv6 nötig? Gibt es irgendwann einen Umstellungszwang?

        Hintergrund: Leider bleibt einigen VoIP-Routern IPv6 verwehrt, so auch dem LANCOM 1722 (1.350 EUR UP incl. VoIP-32-Option). Ich möchte dem Kunden hier keine Fehlinvestition unterschieben.

        Unterm Strich ist eine funktionierende Lösung erforderlich. Sollte sich diese mit dem All-IP-Anschluss nicht abzeichnen, werde ich einen herkömmlichen Call & Surf Comfort ISDN beauftragen müssen, auch wenn weder ich noch die Telekom das bevorzugen. Aber da weiß man wenigstens was man bekommt, weil die Schnittstellen dann klar definiert sind.

        Vielen Dank für Eure Hilfe.

        P.S.: Ich habe mich hier ins Forum mit den Kundendaten eines anderen Kunden eingeloggt, da für den ISDN-Anschluss keine Daten zur Verfügung stehen.

        Anmerkung Telekom Team: (...) Vorgangs- und Auftragsnummern aus Datenschutzgründen entfernt.
        7 ANTWORTEN 7
        4 Sterne Mitglied
        4 Sterne Mitglied
        Beitrag: 2 von 8
        Das sind so ziemlich genau die Fragen, die ich auch gerne beantwortet hätte. Schade, daß selbst die Hotline, die ich als letzte Option dazu anrufen wollte dazu keine gesicherten Auskünfte geben kann.
        5 Sterne Mitgestalter
        5 Sterne Mitgestalter
        Beitrag: 3 von 8
        Hallo,
        viele Fragen, ein paar versuche ich mal nach besten Wissen und Gewissen zu beantworten...

        1) Woran sehe ich, ob ADSL Annex B oder J geschaltet wird? Warum kann einem das keiner sagen? Wer ist da mein Ansprechpartner bei der Telekom? Warum schaltet man bei neuen All-IP-Anschlüssen überhaupt noch ADSL Annex B?

        Was da geschaltet wird, weiß offensichtlich ein Grossteil der T-Mitarbeiter auch nicht.
        Annex B wird vermutlich geschaltet, wenn die Vermittlungstechnik kein Annex J hergibt.
        Viele bringen auch noch splitterlos mit Annex J durcheinander. Es schient aber so zu sein, dass bei manchen Anschlüssen noch ein PSTN Anteil geschaltet bleibt.
        Genaueres erfährt man meistens erst zum Schaltungstermin, wenn ein Wissender sich auf den Weg macht...
        Ein nachträgliches Umschalten wird aber im Regelfalle ohne Rücksprache nicht vorkommen.


        2) Was soll der Splitter noch bei All-IP-Anschlüssen? Dient der (bei Annex B) einzig der Filterung der PSTN-Speisespannung? Die Hotline hat mir heute leider erzählt, dass das davon abhängt, ob in den Routern schon Splitter integriert sind oder nicht.

        Es gibt keine Router bei der Telekom, wo Splitter integriert sind. Es gibt aber derzeit nur die Routermodelle W723V und W921V die Annex J unterstützen. Alle anderen Speedports können das nicht.



        4) Wie wird QoS bei VoIP realisiert? Über DiffServ/DSCP oder über eine 2. PVC (2. ATM-Verbindung) oder über VLAN?

        Nicht über 2.PVC (sind auch nicht alles ATM Anschlüsse), auch kein VLAN. Wie das Qos realisiert wird kann ich nicht beantworten, hat hier glaube ich noch niemand beantwortet.


        5) Ist IPv6 nötig? Gibt es irgendwann einen Umstellungszwang?

        Wohl kaum, da die Mehrheit der T-Router IPv6 gar nicht beherrscht.


        Sollte sich diese mit dem All-IP-Anschluss nicht abzeichnen, werde ich einen herkömmlichen Call & Surf Comfort ISDN beauftragen müssen, auch wenn weder ich noch die Telekom das bevorzugen.

        Lies Dich mal ein bisschen durchs Forum und nimm das Gelesene als Entscheidungshilfe dafür, ob Du einen (T)IP-Anschluss im professionellen Umfeld einem ISDN Anschluss vorziehen möchtest...
        Gruss
        bb123
        3 Sterne Mitglied
        3 Sterne Mitglied
        Beitrag: 4 von 8
        1) Woran sehe ich, ob ADSL Annex B oder J geschaltet wird? Warum kann einem das keiner sagen? Wer ist da mein Ansprechpartner bei der Telekom? Warum schaltet man bei neuen All-IP-Anschlüssen überhaupt noch ADSL Annex B?

        In der Auftragsbestätigung. Dort steht dann sowas wie splitterlos (Annex J) oder mit Splitter (Annex B)

        2) Was soll der Splitter noch bei All-IP-Anschlüssen? Dient der (bei Annex B) einzig der Filterung der PSTN-Speisespannung? Die Hotline hat mir heute leider erzählt, dass das davon abhängt, ob in den Routern schon Splitter integriert sind oder nicht.

        Im Prinzip brauch man den bei einem IP-Anschluss über Annex J (splitterlos) nicht. Bei Annex B sollte der splitter schon vorhanden bleiben. Es kann zu fehlverhalten der Router kommen. Resync usw. bedingt durch die Speisespannung. Also Splitter drin lassen. Erspart einen den Ärger und die Rechnung wenn mal ein Techniker vorbeischaut weil es Probleme gibt.

        3) Die zentrale Frage heute war, unterstützen die SIP-Server der Telekom das Protokoll T.38 für die sichere Übertragung von Faxen über VoIP. Anscheinend hat bei der Telekom noch nie jemand, auch nicht die Technik-Abteilung, was von T.38 gehört. Mir wurde lediglich mitgeteilt (nachdem ich zuvor gerade sagte, dass der Speedport nicht Bestandteil des Auftrags ist), dass Fax über den Speedport funktionieren würde. Nur mit dieser Aussage kann ich leider nichts anfangen, die ist eher wie ein Kaugummi.

        Hintergrund: Um Faxe über VoIP zuverlässig zu übertragen, bedarf es besonderer Maßnahmen. Dazu zählt bei Echtzeitübertragung z. B. das T.38-Protokoll. Alternativ kann eine Übertragung über ein Gateway per E-Mail mit T.37 realisiert werden. Selbiges scheint bei der Telekom in eine Richtung sogar realisiert zu sein, d. h. man kann sich seine Faxe als PDF per E-Mail zuschicken lassen. Problem ist nur die andere Richtung, wie soll der Kunde zuverlässig ein Fax verschicken? (Man beachte auch die Notwendigkeit eines Faxes in Deutschland: Eine Versicherung kann man per Fax kündigen, aber nicht per E-Mail.)

        Nein T.38 wird nicht unterstützt. Da müßte mann mit T.38 Gateways arbeiten. Man kann aber über die Speedport Router 3-4 Seiten ohne Probleme übertragen.

        4) Wie wird QoS bei VoIP realisiert? Über DiffServ/DSCP oder über eine 2. PVC (2. ATM-Verbindung) oder über VLAN?

        Hintergrund: Ein funktionierendes QoS incl. Bandbreitenreservierungen sowohl in Up- als auch in Downloadrichtung usw. sind wichtig für VoIP ohne Paketverluste und Verzögerungen. Blöderweise gibt es einige neuere Router mit Annex J, die eine 2. PVC wiederum nicht mehr unterstützen, insofern ist hier eine genaue Abklärung der Lage unabdingbar.

        Die QoS wird im Speedport geregelt. Und da der Speedport 921 Annex B/J kann wäre das schon die richtige wahl gewesen.

        5) Ist IPv6 nötig? Gibt es irgendwann einen Umstellungszwang?

        Hintergrund: Leider bleibt einigen VoIP-Routern IPv6 verwehrt, so auch dem LANCOM 1722 (1.350 EUR UP incl. VoIP-32-Option). Ich möchte dem Kunden hier keine Fehlinvestition unterschieben.

        Nein es gibt keine Zwangsumstellung.... Das Zauberwort heiß Dual-Stack (IPv4 und IPv6 läuft gleichzeitig) ansonsten gibt es ja TRT (Transport Relay Translation)

        Unterm Strich ist eine funktionierende Lösung erforderlich. Sollte sich diese mit dem All-IP-Anschluss nicht abzeichnen, werde ich einen herkömmlichen Call & Surf Comfort ISDN beauftragen müssen, auch wenn weder ich noch die Telekom das bevorzugen. Aber da weiß man wenigstens was man bekommt, weil die Schnittstellen dann klar definiert sind.

        Ich hoffe ich konnte die Fragen beantworten.
        Starter
        Beitrag: 5 von 8
        Hallo zusammen,

        vielen Dank schon mal für Eure Antworten!


        Annex B wird vermutlich geschaltet, wenn die Vermittlungstechnik kein Annex J hergibt.
        Komisch nur, dass wohl - wie ich inzwischen raus gefunden habe - Annex B geschaltet wird, aber alte Technik ja eigentlich bei einem ehemaligen weißen Fleck nicht existieren kann. (Nun gut, vielleicht ist ein halbes Jahr alte Technik auch schon alt. Das ADSL dort ist nicht erst seit gestern lieferbar.)


        Es gibt keine Router bei der Telekom, wo Splitter integriert sind.
        Ja, ich weiß, deswegen schrieb ich ja "Die Hotline hat mir heute leider erzählt...".


        Wie das Qos realisiert wird kann ich nicht beantworten, hat hier glaube ich noch niemand beantwortet.
        LOL. *verschmitzt
        Das muss man aber doch bekannt geben, damit ein Kunde ohne Speedport-Router die Pakete entsprechend markieren kann.


        Lies Dich mal ein bisschen durchs Forum und nimm das Gelesene als Entscheidungshilfe dafür, ob Du einen (T)IP-Anschluss im professionellen Umfeld einem ISDN Anschluss vorziehen möchtest...
        Na ja, das ist gar nicht so einfach, da ich Speedport-Probleme ausfiltern muss. Und VoIP muss nicht schlecht sein. Im professionellen Umfeld, z. B. über EthernetConnect-Leitungen, hängt es einzig von einer ordentlichen Konfiguration ab und VoIP funktioniert erstklassig. Das kann man über ADSL auch hinbekommen.


        Im Prinzip brauch man den bei einem IP-Anschluss über Annex J (splitterlos) nicht. Bei Annex B sollte der Splitter schon vorhanden bleiben. Es kann zu Fehlverhalten der Router kommen. Resync usw. bedingt durch die Speisespannung. Also Splitter drin lassen. Erspart einen den Ärger und die Rechnung wenn mal ein Techniker vorbeischaut weil es Probleme gibt.
        Ah ja, danke. Komisch nur, dass 1&1 bei einem Fernanschluss an ihr Netz, sprich Realisierung und Schaltung der Leitung über Telekom (mit analogem Telefon gibt es auch ein Freizeichen, telefonieren kann man nicht), keinen Splitter mehr mitschickt. Einziges Argument wäre dann hier, dass die mitgelieferte FRITZ!Box die Speisespannung vielleicht nicht stört.


        Nein T.38 wird nicht unterstützt.
        Hmm. Das habe ich (nach dem Lesen hier im Forum) schon fast vermutet. Finde ich allerdings schade.
        Ein Workaround wäre, dafür eine 1&1-VoIP-Leitung zu nehmen. Einziger Wermutstropfen dabei: Die DSCP/DiffServ-EF-Markierung geht verloren. Muss ich mal austesten, ob die Zuverlässigkeit trotzdem höher ist als bei Fax über G.711. Über KDG habe ich so was schon gemacht.


        Die QoS wird im Speedport geregelt.
        Aber nicht nur. Klar muss ein Router mit Warteschlangenkonzepten, Bandbreitenreservierungen und Paketmarkierungen, ggf. sogar mit Fragmentierungen und PMTU-Reduzierungen VoIP-Pakete bevorzugen. Aber der nächste nachfolgende Router auf dem Weg zum SIP-Server oder zur SIP-Gegenseite hat ebenfalls ein Warteschlangenkonzept und muss VoIP-Pakete erkennen können, wozu sie ggf. entsprechend markiert sein müssen.


        Und da der Speedport 921 Annex B/J kann wäre das schon die richtige Wahl gewesen.
        Jo, aber was der alles nicht kann und was andere Leute für Probleme damit haben, sind aber leider K.O.-Kriterien.


        Ich hoffe ich konnte die Fragen beantworten.
        Danke auf alle Fälle erst mal. Ich werde hier berichten, wie es weiter geht.