Antworten
Gelöst

Telekom Peering mit Apple iTunes gestört?

1 Sterne Mitglied
1 Sterne Mitglied
Beitrag: 346 von 525

Ich Zitiere einen Beitrag von Micha, der bei iFun folgendes schrieb:

 

 

"Bei den großen, wie Apple oder Youtube, ist die Ursache momentan das Peering, also die Verbindung zwischen dem Backbone des Internetanbieters und den europäischen Netzknoten, z.B. De-CIX. Die Verbindungen dorthin muss jeder Anbieter nach Datenmenge bezahlen. Da der Traffic immer mehr wird, aber die Kosten in den Verträgen gleich bleiben (am besten noch sinken sollen), sind die Provider dabei meist etwas geizig und drosseln die Datenrate an diesem Punkt. Es wird also ein Flaschenhals erzeugt. Der politische Hintergrund liegt darin, dass die großen Content-Anbieter, wie Alphabet/Google (wegen Youtube), diese Verbindung bezahlen sollen. Dieser Wunsch kam schon mehrfach von Seiten des Telekomvorstands, als auch von unserer Regierung. Die Realisierung ist jedoch unklar.
Die Telekom macht das übrigens nicht als einziger so, sondern bei mir auch EWE, bzw. htp. Die Ursache ist aber die gleiche, nur bei dem Provider mit den meisten Kunden fällt es am meisten auf." (Quelle: ifun)

 

Das deckt sich mit dem Verdacht und der Aussage die hier bei einem Beitrag von Julia zwischen den Zeilen zu lesen war/ist - Es geht um Kapazitäten, also ums Geld. Es wird über eine Lösung diskutiert - also es wird vermutlich gestritten, wer bezahlen soll.

 

So verständlich das alles für Content-Anbieter und Provider sein mag, so nervig ist es, dass diese Streitereien auf dem Rücken der ZAHLENDEN Kunden ausgetragen werden - und ich sage mal, dass Telekom-Kunden schon gut zahlen, wir haben es hier nicht mit einem Billigst-Anbieter zu tun!

Die Leitungskapazitäten sind da! Es ist hier zu lesen, dass über VPN ins selbe Netz die Probleme gelöst sind (normalerweise sollte VPN eher etwas langsamer sein Zwinkernd). Es ist zu lesen, dass Kunden auf LTE ausweichen und dann ebenfalls keine Probleme haben. Es ist also kein überlasteter Server/Router, keine dichte Leitung oder ähnliches - Nein: Es geht nur darum, dass irgendwo am Backbone der Traffic bezahlt werden soll und jeder schiebt die Rechnung zum anderen - Ergebnis: Drossel! 

Ich kann bestätigen, dass ich im Traffic-Monitor der Fritzbox im Grunde gar keinen Ausschlag mehr erkennen kann wenn ich über Apple-Server einen Download starte oder einen Film gucken möchte - Da kommen also vielleicht noch 1-2 MBit durch, wenn überhaupt? 

 

Da muss also, so verstehe ich das, technisch überhaupts nichts gelöst werden - es muss "nur" bezahlt werden - Das fällt natürlich mit den hohen Gewinnen sehr schwer... wer möchte schon etwas davon abgeben (wir reden von Milliardengewinnen - Quelle: Geschäftsbericht Telekom)

 

Sorry für die Polemik aber mich ärgert das schon - denn das Problem besteht nicht erst sein wenigen Tagen sondern seit Wochen und ich habe Verständnis für kaputte Leitungen wg. Bagger etc. aber NICHT für so einen "politisch/wirtschaftlichen Quatsch" -> TELEKOM BITTE KLÄREN SIE DAS ZEITNAH. DANKE.

 

5 Sterne Mitglied
5 Sterne Mitglied
Beitrag: 347 von 525

@demboris  schrieb:

Die Leitungskapazitäten sind da! Es ist hier zu lesen, dass über VPN ins selbe Netz die Probleme gelöst sind (normalerweise sollte VPN eher etwas langsamer sein Zwinkernd).


Das heißt nur, dass ausreichend Leitungskapazitäten zwischen VPN-Anbieter und Telekom sowie zwischen Apple und VPN-Anbieter da sind. Nicht, dass ausreichend Leitungskapazitäten zwischen Apple und Telekom da sind.

 

Backbonenetze sind (wie der Name Netz schon sagt) an vielen Stellen mit anderen Netzen verwoben, nicht nur über eine zentrale Leitung.

 


@demboris  schrieb:
Es ist also kein überlasteter Server/Router, keine dichte Leitung oder ähnliches

Doch, es ist mindestens eine überlastete Zusammenschaltung (also eine Leitung zwischen einem Router von Apple und einem Router der Telekom).

 

Lass Dich nicht davon in die Irre führen, dass es per VPN oder LTE geht, das hat andere Gründe (VPN oben erklärt, LTE liegt am Standort der Mobilfunk-DNS-Server und dass das DNS-basierte CDN-Loadbalancing von Apple demenstprechend die Anfragen woanders hin leitet, hatten wir alles schon diskutiert).

 


@demboris  schrieb:
Da muss also, so verstehe ich das, technisch überhaupts nichts gelöst werden - es muss "nur" bezahlt werden

Doch, die überlastete(n) Zusammenschaltung(en) müssen schon erstmal ausgebaut werden, der Streit ist eher, wer den Ausbau bezahlt und wie nach dem Ausbau der (höhere) Traffic darüber verrechnet wird.

 

Der Ausbau selbst ist aber recht unkompliziert, da wird nicht über x Kilometer gebaggert, da gehts nur um schnellere Router-Ports auf beiden Seiten und ggf. einen zusätzlichen Crossconnect zwischen den Routern, der beim RZ-Betreiber bestellt werden muss.

1 Stern Mitgestalter
1 Stern Mitgestalter
Beitrag: 348 von 525

 

Wer sich ein unverfälschtes Bild von der Thematik machen möchte, kann sich die beiden heise-Artikel, die im folgenden Forenbeitrag verlinkt sind, mal durchlesen:

https://www.heise.de/forum/Mac-i/News-Kommentare/Telekom-Nutzer-frustriert-ueber-schlechte-Verbindun...

 

1 Sterne Mitglied
1 Sterne Mitglied
Beitrag: 349 von 525

Schöne Theorie, die aber nicht zur schlagartigen Verschlechterung der Datenübertragung so ziemlich genau ab 01.10. passt.

Seitdem habe ich an keinem einzigen Tag mehr eine ausreichend schnelle Verbindung zu den Apple-Servern über das DLS-Festnetz der Telekom. In den Abendstunden max. 3MBit/s , am WE und in den Morgenstunden max. 8-10MBit/s . Umgerechnet in MByte/s sind das klägliche Übertragungsraten für VDSL-100 und den Monatspreis.

Übrigens: Als die T-Kom vor paar Wochen ihr Produkt Entertain TV als "Magenta TV für Alle" reformierte dachte ich mir so, na hoffentlich haben sie dafür auch ausreichend Kapazitäten und war gespannt, wo sie die hernehmen wollen....

3 Sterne Mitglied
3 Sterne Mitglied
Beitrag: 350 von 525

FALLS hier wirklich politische Spielchen gespielt wurden wahre dies von Seiten der Telekom äußerst unklug. Falls sich der Ruf festsetzen würde, dass ein Telekomanschluss inkompatibel mit Apple Geräten ist werden die Kunden wohl kaum ihre iPhones in den Papierkorb werfen. Die Telekom hat bei dieser Sache mehr zu verlieren.