abbrechen
Suchergebnisse werden angezeigt für 
Stattdessen suchen nach 
Meintest du: 

Ist das Internet ein Klimakiller?

Rene S. Digital Community Team
Digital Community Team

Denkt man an das Internet, denken Viele an große Rechenzentren, viele Computer, Router und an verschiedene Internetanbieter. Im Jahr 2017 haben Rechenzentren in Deutschland etwa 13,2 Milliarden kWh Strom verbraucht; so wurde es vom Borderstep Institut im Jahr 2018 errechnet. Außerdem hat eine 2014 durchgeführte Studie ergeben, dass im Jahr 2012 der Energiehunger des Internets statistisch gesehen mit 4,6% an 6. Stelle, hinter China, den USA, der EU, Indien und Japan lag. Es wird geschätzt, dass der hiermit veranlasste CO2-Ausstoß ebenso hoch ist, wie durch den gesamten weltweiten Flugverkehr.

 

Dies liegt unter anderem daran, dass gerade bei Rechenzentren, welche gut und gerne mal mehrere 10.000 m² groß sind, das ganze Jahr über, die klimatischen Verhältnisse auf zwischen 22 - 24 °C gehalten werden müssen. Dies geschieht im Normalfall über eine Klimaanlage, die ganzjährig läuft. Je nach Standort des Rechenzentrums wird dabei mehr oder weniger Strom verbraucht. Und zusätzlich verbrauchen die, je nach Größe des Rechenzentrums, gut und gerne 30.000 bereitgestellte Server, Router und andere technische Geräte, Strom. Auch die für den Notfall bereitgestellten Batterien und Notstromaggregate zählen zum Stromverbrauch bzw. CO2-Ausstoß dazu. Aber nicht nur der Betrieb eines Rechenzentrums verbraucht Strom, auch der Betrieb von so genannten Backbones, Kommunikationsstrecken, etc. verbrauchen Strom.

 

Um die Kosten für diesen Betrieb so gering wie möglich zu halten, greifen viele Anbieter zu günstigen Stromanbietern, welche die Energie meist über Kohle- und/oder Atomkraftwerke beziehen. Dem CO2 wird damit leider nicht entgegengewirkt. Doch so langsam findet ein Umdenken statt und Diensteanbieter wie die Telekom, Google und andere stellen nach und nach auf erneuerbare Energien um. Hier einige Beispiele:

 

Die Telekom macht das Netz grün

Die Telekom möchte bis zum Jahr 2021 ihr gesamtes Netz auf erneuerbare Energien umstellen. Zum Netz der Telekom zählen jedoch nicht nur der Mobilfunk- sowie der Festnetzbereich (inkl. DSL, etc.), sondern zum Beispiel auch Rechenzentren (in denen Dienste wie MagentaCLOUD laufen) oder Datentrassen, welche die Daten überhaupt erst zum Kunden bringen. Ab 2021 sollen so alle Daten, die über das Netz der Telekom laufen CO2-Neutral sein. In den Rechenzentren der Telekom in Biere wurden bereits beim Bau mehrere Optimierungsmöglichkeiten mit eingeplant. Die Server werden zum Beispiel an rund 300 Tagen durch Freiluft oder Verdunstungskühlung gekühlt und dieses ermöglicht, im Vergleich zu einem Rechenzentrum mit herkömmlicher Kühlung, rund 30% Energieeinsparung.

 

Google hat bereits umgestellt

Mit Google gibt es bereits einen Diensteanbieter, der all seine Rechenzentren und somit 100% der Dienste auf erneuerbare Energien umgestellt hat. Nach eigenen Angaben wurden dadurch mehr als 3 Gigawatt (3 Milliarden kWh) Strom aus erneuerbaren Energiequellen bezogen. Weiterhin investiert Google in mehr als 26 Projekte zu erneuerbaren Energien und fördert zudem den Ausbau von Wind und Solarenergie.

 

Ecosia - Die Suchmaschine die Bäume pflanzt

Die Suchmaschine Ecosia tut direkt etwas gegen den CO2-Ausstoß. Sie lässt für durchschnittlich 45 Suchanfragen, die über Ecosia durchgeführt werden, einen Baum pflanzen. Weiterhin spendet das Unternehmen 80% des Einnahmenüberschusses für gemeinnützige Naturschutzorganisationen. Im Oktober gab Ecosia bekannt, bereits über

70 Millionen Bäume gepflanzt zu haben. Auch die Server von Ecosia werden mit Strom aus Erneuerbaren Energien betrieben. Für die Suchanfragen, welche über Bing! laufen, gelte dies jedoch nicht. Daher kauft Ecosia als Ausgleich Zertifikate zur Klimakompensation.

 

Wie kann ich helfen, das Klima zu retten?

Jedes Gramm CO2 welches nicht ausgestoßen wird, zählt. Deswegen macht es zum Beispiel Sinn, in klimafreundliche Projekte zu investieren oder Dienste zu nutzen, die entsprechend angelegt sind. Nur im Internet CO2 zu sparen, privat aber nicht, macht aber auch keinen Sinn. Daher gibt es auch im normalen Leben viele Tipps, die man nutzen kann um CO2 zu sparen. Öfter mal das Rad nehmen oder zu Fuß gehen, unnötige Flüge vermeiden oder Gemüse, Fleisch und andere Lebensmittel soweit es geht lokal kaufen. Auch hilft es, defekte Geräte nicht sofort zu entsorgen, sondern evtl. reparieren zu lassen.

 

Dies sind nur einige wenige Beispiele, wie jeder von uns etwas zur Klimarettung beitragen kann.

Schon kleine Schritte helfen - ein Umdenken in der Gesellschaft wäre von großem Vorteil.

 

Kommentare

Ob das Internet ein Klima Killer ist und wie viel Energie und vor allen auf welchem Weg die Energie erzeugt und dafür benötigt wird, mag ich nicht beurteilen.

 

Für Energie und der einhergehende CO2 Ausstoß muss man für die Menschen (global gesehen) immer in Verbindung zum Kosten- Nutzen Verhältnis betrachten.

 

Unabhängig davon gibt es bestimmt hunderte andere Dinge, die man betrachten bzw. im Fokus nehmen kann, als jetzt über das Internat als Klimakiller zu debattieren.

 

Ich kann mich z.B. daran erinnern, dass die Produktion von Bit Coins eine Menge Energie bedarf.

Zwar stehen Bit Coins und Internet irgendwie zusammen, doch wenn man solche und andere Dinge mal unter die Lupe nimmt und das Kosten Nutzen Verhältnis in Frage stellt, könnte man vielleicht schon viel für die Umwelt tun.

 

Kaum wird  der Online Handel als Klimakiller benannt.

Ich möchte nicht wissen wie viel Energie für die Millionen Rücksendungen benötigt wird.

 

Wenn man also Online Handel, Bit Coins usw. = Internet stellt, dann ist das Internet tatsächlich ein Klima Killer.

Betrachtet man aber die Randerscheinungen und die jeweiligen Lobbyisten, die dahinter stehen, dann mache ich mir keine Sorgen darüber, dass am I-Net irgendwas eingespart wird.