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Tracking – Daten sind das neue Öl

Rene S. Digital Community Team
Digital Community Team

Firmen bedienen sich schon länger einer neuen Einnahmequelle – dem Sammeln von Daten. Jede getätigte Eingabe und jeder Klick, der auf den Seiten vieler Webseitenbetreiber erfolgt, wird gespeichert und analysiert. Diese Vorgehensweise ist nicht neu und erlaubt es Firmen, ihre Produkte und Werbungen maßgeschneidert für Sie anzubieten. Möglich ist dies unter anderem durch verschiedene Tracking Methoden.

 

Cookies

Hinter Cookies verbergen sich allerdings keine Kekse, sondern kleine Dateien, die beim Aufrufen der Webseite auf Ihrem Computer gespeichert werden. Diese ermöglichen es den Webseiten, Sie als ehemaligen Besucher wieder zu identifizieren. Cookies speichern normalerweise Informationen, wie die eingestellte Sprache oder auch andere persönlichen Seiteneinstellungen. Sie sind über dieses Cookie anhand einer Identifikationsnummer auch persönlich identifizierbar. Cookies können den Namen (oder auch Nickname), Ihre Adresse (sofern angegeben), Ihre E-Mail-Adresse oder auch Telefonnummer beinhalten. Wichtig hierbei ist jedoch, dass in den Cookies nur Daten stehen, die Sie selbst auf der Webseite eingegeben haben. Verlassen Sie die Webseite und rufen sie später erneut auf, werden Sie als Nutzer identifiziert und die Cookie Informationen an die Webseite übermittelt. 

 

Analyse Tools

Google stellt mit Google Analytics ein Analyse-System zur Verfügung, welches Webseitenbetreiber in ihre eigene Webseite integrieren können. Analytics wertet unter anderem aus, welche Webseiten aufgerufen wurden oder von welcher Webseite der Besucher kommt. So können Werbestrategien und Kampagnen besser auf den Besucher ausgerichtet werden. Google Analytics ist allerdings nur eines von vielen Analyse Tools auf dem Markt.

 

Tracking-TAGs

Mit einem in die Webseite integriertem Tracking-Tag können Betreiber unter anderem sehen, was nach einem Klick auf den eigenen Werbebannern geschieht. Hat der Kunde ein Produkt gekauft? Hat er sich für den angebotenen Newsletter registriert oder hat er die eigene App geladen?

 

Tracking Pixel/Web Beacon

Das Tracking Pixel wird als Code in die Webseite integriert. Dieser Pixel ist meist durchsichtig oder in der Hintergrundfarbe angelegt. Da das Pixel mit jedem Seitenaufruf geladen wird, ist es möglich, Daten wie Browser, Betriebssystem, die IP-Adresse (somit auch den ungefähren Standort) und ein Bewegungsprofil der gesamten Sitzung abzuspeichern. Solche Tracking Pixel lassen sich auch gut in E-Mails integrieren. So kann der Verfasser der E-Mail sehen, wie viele E-Mails geöffnet wurden.

 

Browser-Fingerprinting

Natürlich darf auch der Cookie Nachfolger nicht fehlen. Beim Browser-Fingerprint wertet ein Schnüffel-Skript im Hintergrund der Webseite sämtliche Systemeinstellungen des Nutzers aus. Jeder Nutzer liefert diese Daten schon frei Haus, denn sie werden bei jedem Aufruf der Webseite mit einem Browser übermittelt. Hier drunter fallen das Betriebssystem, der verwendete Browser (inklusive installierter Plugins), die Software der Medienwiedergabe, verwendete Schriftart, Bildschirmeinstellungen sowie Informationen zur Nutzung der „Do-not-track“ Einstellungen. Verknüpft man diese Informationen mit der IP-Adresse, kann man auch dort individuell wiedererkannt werden.

 

Wichtig bei alledem ist: Tracking ist nicht per se böse. Mithilfe von Tracking können Produkte angepasst und verbessert werden. Auch können anhand des Surfverhaltens auf der eigenen Webseite Prozesse und Bedienbarkeit verbessert werden.

 

Tracking hört nicht beim Verlassen der Webseite auf

Wenn man das Thema Tracking allerdings genauer betrachtet, wird einem klar, dass die Speicherung und Analysierung nicht unbedingt beim Verlassen der Webseite aufhört. Nehmen wir als Beispiel Facebook. Rufen Sie die Seite von Facebook auf, wird ein Cookie erzeugt. Selbst dann, wenn Sie nicht bei Facebook registriert oder eingeloggt sind. Besuchen Sie nun auch andere Webseiten, auf denen ein Facebook Like Button oder andere Facebook-Plugins (kleine Programme, die verbaut werden um Webseiten zu erweitern) eingesetzt werden, reagieren diese mit dem Facebook Cookie und speichern so Datum und Uhrzeit des Besuches sowie einen einzigartigen Marker, der den eigenen Computer identifizierbar macht.

 

Diese Daten sind dann in einem Profil gespeichert, welches Ihnen zugeordnet ist und an Werbetreibende verkauft werden kann. Auch befinden sich in dieser Datei Informationen, wie alle aufgerufenen Webseiten mit Datum und Uhrzeit. Somit lässt sich Ihre Online-Identität weit zurückverfolgen. Es entsteht der sogenannte gläserne Mensch.

 

Kann ich mich dagegen schützen?

Im Internet finden sich viele Tipps und Tricks, wie man dem Tracking entgehen kann.

So kann zum Beispiel in den meisten Browsern eingestellt werden, dass Cookies nach der Browser-Sitzung automatisch gelöscht werden. Dies verhindert, dass die Daten, die mit einem Cookie über Sie gespeichert wurden, zu einem großen Profil zusammengesetzt werden können.

 

Weiterhin besteht die Möglichkeit, die „Do Not Track“ Funktion Ihres Browsers zu verwenden. Diese teilt den Webseiten mit, dass man der Erstellung eines Tracking Nutzerprofils widerspricht. Leider bringt die „Do Not Track“ Funktion nicht das gewünschte Ergebnis. So ist die weltweite Durchsetzung eines Standards schwierig, da es hierfür keine gesetzliche Verpflichtung gibt.

 

Sich hundertprozentig gegen Tracking zu schützten ist leider nicht möglich. Mit der „Do Not Track“ Funktion und dem Löschen der Cookies nach der Browser-Session machen Sie es den Werbetreibenden aber schwerer, ein umfangreiches Nutzerprofil über Sie aufzuzeichnen.

 

 

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Kommentare

Generell ein sehr guter Artikel. Ich möchte allerdings zwei Bemerkungen hinzufügen.

 

  1. Die Web-Beacons/Tracking-Pixel in E-Mails funktionieren in E-Mails nur, wenn das E-Mail-Programm so eingestellt ist, dass es automatisch Daten, die nicht in der E-Mail enthalten sind, wie z.B. Bilder oder eben Web-Beacons, herunterlädt. Hier hilft es also, wenn man sein E-Mail-Programm anweist, nur Daten anzuzeigen, die auch direkt in der E-Mail enthalten sind. Allerdings sind dann die meisten Newsletter nicht mehr vernünftig lesbar. Denn die meisten Firmen wollen eben genau diese Trackingdaten haben und setzen daher alles daran, den Nutzer dazu zu zwingen, diese Schutzfunktion ihrer E-Mail-Programme nicht zu verwenden. Zu diesen Firmen gehört leider auch die Telekom. Auch ihr wollt uns leider in euren Newslettern überwachen, was ich persönlich sehr schade finde. Leider haben die meisten Firmen eine genauso große Überwachungs- und Datensammelwut wie die NSA. Nur regt sich niemand darüber auf, wenn ganz normale Firmen versuchen, uns Nutzer zu überwachen. Wenn seriöse Firmen auf Web-Beacons/Tracking-Pixel verzichten würden, könnte man sehr viel effektiver gegen Spam vorgehen. Denn Spam-E-Mails enthalten ausnahmslos Tracking-Pixel.
  2. Apple hat seine aktuellen Betriebssysteme so angepasst, dass Browserfingerprinting aktuell nicht mehr möglich ist. Denn Apples Browser liefern nicht mehr alle Daten, sondern schränken die Datenweitergabe so ein, dass sich nur noch Profile erstellen lassen, in der Hunderttausende von Nutzern zusammengefasst werden. Damit wird das Browserfingerprinting für die Werbebranche nutzlos. So ein Vorgehen würde ich mir von mehr Betriebssystem- und Browserherstellern wünschen.

Ganz großes Lob an @LutzV , warum kann ich nicht mehr Kudos vergeben? Und @Rene S. , Deinen Blogbeitrag mag ich wohl loben, aber hundertprozentig schützen , kann ich mich ja auch nicht gegen die Telekom Zwinkernd