ISDN und Sicherheitstechnik

vor 12 Jahren

Dass sich die Telekom aus Kostengründen vom ISDN trennen möchte kann ich nachvollziehen. Aber ist es auch eine Kostenfrage auf die Zuverlässigkeit eines Kommunikationsnetzes zu verzichten? Eine Einbruchsmeldeanlage z.B. funktioniert batteriegepuffert. Es ist unwichtig ob die Stromversorgung im überwachten Haus in Betrieb ist. Ein NTBA ist auch nicht auf das Stromnetz angewiesen. Wenn ein Glasbruchsensor nun einen Alarm meldet wird gleichzeitig mit optischem und akustischem Alarm über die notstromversogte Alarmanlage ein Wählgerät zum Sicherheitsdienst aktiviert. Wie sicher ist diese Installation nach der Umstellung auf IP basierenden Anschluß? Wie kann das Wählgerät den Sicherheitsdienst alarmieren wenn mal wieder ein Gewitter den Router außer Betrieb gesetzt hat oder vielleicht einem Einbrecher bekannt ist dass der Router am Allgemeinstrom angeschlossen ist an dem auch eine Außensteckdose oder die Außenbeleuchtung hängt. Dass bei FI gesicherten Stromnetzen diese Stellen einen offenen Not-Aus der Telekommunikationsleitung darstellen können wissen wir doch alle. Und wie sicher sind die Meldesysteme für Senioren wenn ein Speedport oder eine Fritz! Box mal wieder für ein paar Sekunden vom Stromnetz getrennt werden möchte bevor sie den normalen Betrieb wieder aufnehmen? Ich finde dass die Billiglösungen IP-basierender Anschluss bei den Telekommunikationsdiscountern gut aufgehoben sind. Aber den Kunden sollte wenigstens EIN Profi zur Wahl stehen. Ist das nicht eine erstrebenswerte Position für die Telekom?

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    • vor 12 Jahren

      ISDN wird leider nicht aus Kostengründen abgestellt, sondern weil die Geräte schlicht und einfach nicht mehr gewartet werden können weil Keine Ersatzgeräte mehr zur Verfügung stehen. Der Wartungsvertrag ist also ausgelaufen.
      Alle genannten Punkte sind auch heute schon über IP Telefonie möglich, natürlich bedarf es hier ggf. neuerer Anlagen oder auch zuverlässiger Router. Äußere Einflüsse sind nun mal schwer abzustellen, auch bei ISDN konnte es zu Störungen kommen.

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    • vor 12 Jahren

      Guten Morgen c.macholt,

      ausgelaufene Wartungsverträge sind in der "normalen" Industriewelt schon immer ein Ärgernis. Stets muss der betreute Kunde anschließend nachbessern und nachschulen. Aber es liegt in der Entscheidung des Betreibers mit welchem Produkt er arbeitet und ob er das Risiko eingeht ohne aktiven Wartungsvertrag weiterzuarbeiten. Aber die Telekom ist doch nicht der Kunde der sich entscheiden muss ob nun ISDN weiter gewartet wird oder auf IP-Technologie wechselt. Die Telekom ist sozusagen der Hersteller des Telekommunikationsanschlusses. Große Unternehmen leisten oft eine Nachliefergarantie wenn sie ein Produkt abkündigen. Damit wird nicht die Lieferung eines moderneren Nachfolgers im Falle einer Störung versprochen sondern der störungsfreie Betrieb der Anlage.

      Dass die beiden Beispiele von mir auch über IP-Technik funktionieren ist mir klar. Aber es ist mir auch klar dass die Funktion der Technik in die Verantwortung der Kunden gelegt wird. Zukünftig kann man jede Ursache einer Störung zunächst mal beim Kunden suchen. Wer mal versucht hat mutwillig seinen eigenen ISDN Anschluß außer Betrieb zu setzen der wird festgestellt haben dass es ohne Werkzeug nicht möglich ist. Einen modernen VoIP Router dagegen muss man nur mal schief angucken... Da braucht's kein Werkzeug.

      Sie haben Recht, auch bei ISDN kann es zu Störungen kommen. Aber... Wenn man eine Internetsuchmaschine beauftragt nach "ISDN Ausfall Telekom" zu suchen dann haben die meisten Treffer mit ISDN nach VoIP zu tun. Mich hätte mal die Anzahl der Treffer interessiert wenn man den gleichen Text im Jahr 2004 gesucht hätte. Tatsache ist nun mal dass ich der Telekom noch keine echte Störung an meinem ISDN Anschluss melden musste. Und das im Zeitraum von ungefähr 25 Jahren. Mein Router musste in der gleichen Zeit mindestens 3 mal austauschen und Gott weiß wie oft neu starten, aber nur um die Internetdienste weiter nutzen zu können, Telefon funktionierte eigentlich immer.

      Bisher war es mir immer wichtig mich an die "richtige Leitung" anzuschließen, ich dachte dass die Telekom als quasi Eigentümer der Leitungen eine Art Hoheitsrecht hat und bestimmen kann was damit gemacht wird. Wer, wenn nicht die Telekom, könnte statt VoIP, ISDN anbieten? Nun steigt aber der Platzhirsch hinab zu den Mitbewerbern und verwässert dort im See der Marktschreier...

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    • vor 12 Jahren

      Hallo Gruendling,
      Sie haben schon recht, momentan ist die ISDN-Technik noch etwas ausfallsicherer als die IP-Technik, es gibt aber durchaus Wege um Ausfälle zu minimieren.
      Die Telekom hat die Leitungen, soweit richtig. Allerdings produziert die Telekom die Netztechnik nicht selber. Hier kann die Telekom also nicht zwingend autonom entscheiden. Ich bin nicht auf dem aktuellen Stand, was Router mit unterbrechungsfreier Stromversorgung angeht, bin mir aber sicher, dass es entsprechende Techniken bereits gibt.
      Bei Einbruchmeldeanlagen etc. würde ich heute eh auf das Mobilfunknetz ausweichen.
      Wobei ich davon ausgehe, dass wir hier nicht wirklich über die technischen Möglichkeiten sprechen wollen, es geht hier doch eher ums Prinzip, oder?
      Gruß
      Stefan

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    • vor 12 Jahren

      Die Wahrheit liegt wie immer in der Mitte. Natürlich ist die Telekom bei der Netztechnik auf Zulieferer angewiesen. Aber als größter Abnehmer hat sie durchaus einen Einfluss darauf, ob diese Zulieferer eine bestimmte Technik (hier ISDN) weiter unterstützen oder nicht. Insofern ist es schon die Geschäftspolitik der Telekom und nicht die der Zulieferer, die bestimmt, ob ISDN weiter angeboten wird oder nicht.
      Dass VoIP häufiger ausfällt als ISDN ist jedenfalls unbestreitbar und liegt in der Natur der Sache. Höhere Komplexität hat nun einmal geringere Zuverlässigkeit zur Folge.
      Der Tipp mit dem Mobilfunk ist nicht schlecht. Für sich allein genommen ist zwar auch eine Mobilfunkverbindung bei weitem nicht so zuverlässig wie ein ISDN-Anschluss. Aber in Kombination könnten ein Mobilfunk-Interface und eine Internet-Anbindung mit einem USV-gespeisten, zuverlässigen professionellen Router (natürlich kein Speedport) durchaus die Zuverlässigkeit eines ISDN-Anschlusses erreichen oder in bestimmten Szenarien (Einbrecher schneidet Leitung durch ...) sogar übertreffen. Billiger als ISDN ist das dann natürlich nicht - jedenfalls nicht für den Kunden.

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    • vor 12 Jahren

      Naja, eine prepaid-Karte, die man einmal im Jahr mit 15 Euro aufladen muss...so richtig teuer ist das nicht.
      Die Interfaces sind mittlerweile oft günstiger als ISDN Technik und wenn man in eine teure Alarmanlage investiert, sollte diese Investition auch mit drin sein.

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    • vor 12 Jahren

      Mir ging es mehr um den Router und seine USV, die zusammen schon "etwas" teurer sind als ein NTBA. Und das Argument "wer schon viel für X ausgegeben hat, kann auch mehr für Y ausgeben" kann ich nicht ganz nachvollziehen.

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    • vor 12 Jahren

      Guten Morgen!

      Schön dass sich für mein Thema nocch jemand interessiert Fröhlich Am Ende dieses Beitrags werde ich von einigen sicher als "EwigGestriger" betitelt werden doch das ist wenigstens ein "Titel"

      Zu den Mobilfunkmeldesystemen im Vergleich zur bedrahteten Technik möchte ich noch ein paar Gedanken aufschreiben. Wenn ich im Auto Radio höre oder einer Veranstaltung beisitze in der ein Redner über Mikrofon und Verstärker zu den Leuten spricht dann höre ich oft Geräusche wenn sich währenddessen mein Mobiltelefon meldet. Wenn diese Mobilfunkwellen den Radioempfang stören können dann gibt es von den Elektronikerfindern bestimmt auch irgendwelche "Wundermittel" die auch den Mobilfunk stören können. Das weiß ich zwar nicht aber sowas lässt sich bestimmt einfach herstellen wenn es eines Tages Bedarf dafür geben könnte. Obwohl... In der heutigen Zeit, wer würde da schon freiwillig das Mobilfunknetz stören? Wäre es denkbar dass eine Einbruchsmeldung über Mobilfunk zum Sicherheitsdienst durch ein Funkstörsignal verhindert werden kann? Klar, der Ganove muss wissen dass er was stören muss aber der muss im Ernstfall noch ganz andere Sachen wissen...

      Wenn ein Gauner bei der alten Technik ein Kabel durchschneidet dann wird das sofort über die Sabotagelinie nach Außen gemeldet. Es gibt an einer Einbruchsmeldeanlage keine Dose, kein Gehäuse, kein Kästchen kein Egal-Was, welches man öffnen könnte ohne sofort eine Meldung abzusenden, es sei denn man ist Betreiber oder Wartungstechniker. Wobei... Oft wird nicht mal dem Betreiber der Anlage Zugang zur Technik gewährt, die Schrauben sind dann versiegelt. Im Kabel wird diese Sabotageleitung ebenfalls mitgeführt.Sicherheitshalber sind die Adern einer solchen mehradrigen Leitung alle gleichfarbig, nix mit "den blauen und den roten Draht..." Fröhlich Die Sabotageleitung hat meines Wissens nach eine höhere Priorität als die "normalen" Meldelinien. Bei denen kann schon mal vereinbart werden dass der Sicherheitsdienst erst mal einen Kontrollanruf macht bevor er zum Objekt fährt. Also: meiner Ansicht nach ist VoIP für solche Anwendungen ungeeignet, und eigentlich ist es ja auch die Abkürzung für "Stimme über Internet Protokoll" Da "ruft" dann etwas um Hilfe und keiner hört's :-)

      Egal, es kommt wie's kommen muss, mir ist die alte Technik eigentlich lieber aber ich musste mich ja auch von den Unterbrecherkontakten am Motorrad trennen, und hab's überstanden Fröhlich Ich bin mal gespannt wann die EVU's einen Grund finden um zu sagen 20 Hertz im Spannungsnetz sind für uns günstiger, die Wartungsverträge für die 50 Hz Technik sind ausgelaufen, außerdem verbraucht man mit 20 Hz weniger Energie...

      Abschließend noch meine Antwort auf Stefan K's Frage am Ende seines Beitrags: Nein, es geht mir NICHT ums Prinzip! Es geht mir in meinem Beitrag sogar ganz konkret um die verlässliche Verfügbarkeit einer Kommunikationsleitung.

      Naja... Schönen Tag da draußen!

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    • vor 12 Jahren

      Es gibt bundesweit 2 Großkonzessionäre für Gefahrenmeldeanlagen (GMA), die direkt zur Polizei oder Feuerwehr aufschalten. Einer von beiden hat schon vor zwei Jahren die Umstellung auf IP (mit ganz normalen DSL-Anschlüssen) durchgeführt. Und mit IP ist es doch deutlich einfacher, Ruhestromkreise (Manipulationsschutz) zu realisieren, als mit Wählanschlüssen. Von Blockadefreischaltung etc. mal ganz zu schweigen.

      Und ehrlich, wer das Notrufsystem 69 kennt / kannte, dem war doch das ganze Gedöns mit ISDN / Analoganschlüssen doch schon immer suspekt.

      Wo ich Dir Recht gebe: VoIP ist dafür ungeeignet. Aber ich hänge an einen Porsche auch keinen 3,5-Tonnen-Anhänger. Mit VoIP bin ich bei IP, also nutze ich IP.

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