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Wechselschaltungen

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legro 3 Sterne Mitgestalter
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Symptome

 

In jedem Haushalt soll es vorkommen: Man möchte die Beleuchtung von mehreren Stellen ein- und ausschalten können. Üblicherweise setzt man hierzu Wechselschalter ein, um das Licht von zwei Stellen schalten zu können. Benötigt man mehr als zwei Stellen, so fügt man zwischen die Wechselschalter beliebig viele, sog. Kreuzschalter ein; auf diese Weise kann man - völlig unabhängig voneinander - von beliebig vielen Stellen die Beleuchtung schalten.

 

Bei all dem Ganzen ist jedoch VORSICHT geboten. Wer nicht über die nötigen Fachkenntnisse verfügt, sollte die Finger von diesen Sachen lassen! Ansonsten kann es sehr schnell lebensgefährlich werden.

 

Diagnose

 

Schwieriger wird das Ganze, möchte man eine solche mehrstellige Wechselschaltung in Smarthome realisieren. Der Lohn für diese Mühe ist, dass man zusätzlich nicht nur via Fernbedienung und Situationen die Beleuchtungen schalten, sondern auch deren Zustände mittels der Smarthome-App zu überprüfen vermag. Hierzu muss mindestens ein zusätzliches, aktives, vom Smarthome-System steuerbares Element hinzugefügt werden, ohne dass die Grundfunktion der Schaltung beeinflusst wird.  Gleich vier völlig unterschiedliche Lösungen werden im Folgenden beschrieben, die als Ausgangspunkt für eigne, kreative Realsierungen dienen mögen.

 

  1. klassische Leuchtmittel + klassische Wechselschaltung (Wechsel-/Kreuzschalter) + Schaltaktor
  2. klassische Leuchtmittel + steuerbares Schaltrelais + Tasterschaltung
  3. klassische Leuchtmittel + Schaltaktor + zweikanalige Funkfernsteuerung(en)
  4. smarte Leuchtmittel (z.B. OSRAM lightify, HUE, ..) + Funkfernsteuerung(en)
  5. Ausblick auf Alternativen, Variationen, .. und (persönliches) Fazit

Lösung

 

Die ersten drei der hier aufgeführten Lösungsvorschläge haben den Vorteil, dass bei ihnen die eingesetzten Leuchtmittel von der Stromzufuhr abgetrennt werden können. Daher eignen sie sich überhaupt auch erst für den Einsatz konventioneller (nicht-intelligenter) Leuchtmittel.

 

zu 1) klassische Leuchtmittel + klassische Wechselschaltung (Wechsel-/Kreuzschalter) + Schaltaktor

 

 Kreuzschaltung.png

 

 

Um diese (oben abgebildete fünfstellige) Wechselschaltung zu realisieren, wird einfach der Wechselschalter, an welchem die Stromversorgung eingespeist wird, durch den Schaltaktor HM-LC-Sw1PBU-FM ersetzt, der hierin als Wechselschalter arbeitet. Zwar sieht das Ganze auf den ersten Blick verblüffend plausibel und einfach zu realisieren aus, sorgt aber auf den zweiten Blick für eine große Enttäuschung. So ermöglicht diese Lösung in der Tat, die Lampen von jeder Stelle dieser Schaltung aus- und einzuschalten, leider kann man jedoch in Qivicon am Schaltaktor nicht erkennen, ob die Lampen ein- oder ausgeschaltet sind. Schlimmer noch: Der Aktor wird nur als eingeschaltet in Qivicon dargestellt, wenn der Schaltkontakt 1 geschaltet ist. Bei einer täglichen Nutzung dürfte in kurzer Zeit die Verwirrung komplett sein.

 

Dennoch kann man diese erste Variante als Notlösung verwenden, will man nicht alle Schalter einer solchen Wechselschaltung durch Taster (Variante 2) oder Funkschalter (übrige Varianten) ersetzen. Wenn man eine Möglichkeit besitzt - etwa durch Kameras - den Schaltzustand der Lampen zu überprüfen, könnte man ggf. mit dieser Notlösung leben.

 

Wenn sich die Entwickler bei Qivicon dazu durchringen könnten, den Schalt- und Messaktor HMIP-BSM kompatibel zu machen, könnte dieser den als Wechselschalter arbeitenden Schaltaktor ersetzen; so wäre eine äußerst preiswerte Lösung mit minimalem Aufwand möglich: Es müsste in einer bestehenden Wechselschaltung nur ein Wechselschalter ersetzt werden, alle übrigen Bauteile und auch die Verkabelung könnten unverändert weiter genutzt werden. Allerdings müsste dieses Gerät die momentane Leistung messen und diesen Wert - ähnlich dem Lichtsensor in den Bewegungsmelder - zu Steuerzwecken in Situationen bereitstellen.

 

Wenn ich allerdings an diese Beiträge im ELV-Forum denke, ist es vielleicht sogar so, dass die Entwickler uns vor einem Fehlkauf schützen wollen, indem sie dieses Gerät eben nicht kampatibel machen. Zwinkernd

 

zu 2) klassische Leuchtmittel + Schaltrelais + Taster

 

Der zweite Lösungsvorschlag lässt sich etwa mit dem Schaltrelais HM-LC-Sw1-FM als aktive Smarthome-Komponente realisieren. Über Taster werden der als Toggelschalter konfigurierte Aktor und mit ihm die angeschlossenen Lampen geschaltet.

 

Darüber hinaus kann das Relais als normaler Schaltaktor in Qivicon verwendet werden. Es kann somit über die sog. Fernbedienung und Situationen gesteuert werden. Der Schaltzustand des Relais’ kann jederzeit mittels der Fernbedienung in der App eingesehen werden.

 

Tasterschaltung.png

 

zu 3) klassische Leuchtmittel + Schaltaktor + 2-kanalige Funksender

 

Zur Realisierung der dritten Lösung eignet sich in Verbindung mit dem 2-kanaligen Funksender HM-RC-2-PBU-FM etwa der auch schon in der ersten Lösung verwendete Schaltaktor HM-LC-Sw1PBU-FM, der das in der zweiten Lösung verwendete Schaltrelais ersetzt. Die Lampen können direkt mit dem Schaltaktor ein- und ausgeschaltet werden. Darüber hinaus können die Lampen durch Einsatz der Funksender von beliebig vielen Stellen aus geschaltet werden. Über Situationen  können die Schaltvorgänge sogar automatisiert werden. Der Schaltzustand des Aktors kann jederzeit manuell über die Fernbedienung überwacht und gesteuert werden.

 

Bei der Verdrahtung muss zwingend der Schaltkontakt 1 des Schaltaktors verwendet werden, da - wie schon in der ersten Variante beschrieben - der Schaltaktor nur dann als eingeschaltet in Qivicon angezeigt wird, wenn dieser Kontakt geschaltet ist.

Wechselschaltung2.png

 

 

zu 4) intelligente Leuchtmittel (OSRAM lightify, HUE, ..) + 2-kanalige Funksender

 

Obwohl die vierten Lösung einen sehr geringen Aufwand erfordert, bietet sie den größten Komfort. Setzt man für die Beleuchtung steuerbare Lampen à la HUE, OSRAM lightify, .. ein, so bietet es sich an, diese Lampen ausschließlich via manuelle Situationen zu steuern, die ihrerseits wiederum durch die Funksender HM-RC-2-PBU-FM aktiviert und deaktiviert werden.

Bildschirmfoto 2017-12-01 um 16.35.42.png

 

5) Vor-/Nachteile, Variationen, ..

 

Nur die ersten drei Vorschläge können für klassische Lampen eingesetzt werden!

 

Ein Nachteil der Variante mit sog. intelligenten Lampen sollte man jedoch bedenken: Die verwendeten Leuchtmittel müssen dauerhaft mit Strom versorgt werden. Macht man diese stromlos, so erscheinen sie im Smarthome-System als nicht erreichbar; darüber hinaus stehen sie dann natürlich auch nicht mehr in Situationen und Fernbedienung zur Verfügung.

 

Sicherlich ist die zweite Lösung recht preiswert zu realisieren, allerdings liefert sie dafür auch im Zusammenspiel mit der SmartHome-App den geringsten Komfort. Werden mittels der Taster die Lampen ein- und ausgeschaltet, so kann man den Zustand der Beleuchtung nur in der sog. Fernbedienung am Schaltzustand des Relais' bzw. Schaltaktors erkennen. Der verbleibende, wesentliche Vorteil der Integration in Smarthome ist, dass man via Fernbedienung und/oder Situationen die Lampen schalten kann, wobei für diesen Fall die Anzeigen in der App stimmig sind.

 

Da die Schaltrelais' nicht als Lampen in der Smarthome-App geführt werden, können sie weder als solche angezeigt noch in speziellen Situationen (z.B. Alarme) eingesetzt werden. Dies kann man jedoch vermeiden, indem man den neuen Dimmer HMIP-BDT (HomematicIP) einsetzt. Jedoch ist dabei gleich zweierlei zu beachten: Zum Einen kann dieser Dimmer nur kapazitive und natürlich auch ohmsche Lasten steuern, zum Anderen müssen die Leuchtmittel auch dimmbar sein.

 

Der Vorteil der zweiten Lösung, dass die Lampen mittels des eingesetzten Schaltaktors (oder Dimmers) komplett stromlos gemacht werden können, birgt auch einen großen Nachteil, da hierdurch die Anzeigen in der Smarthome-App unstimmig werden können. Schaltet man die Lampen etwa mittels einer (manuellen) Situation ein und anschließend manuell am Schaltaktor/Dimmer aus, so bleibt die Situation in der App aktiv, obwohl die Lampen jedoch aus sind.

 

Unter Verwendung von mobilen Funkfernsteuerungen (z.B. HM-RC-Sec4-2) kann man die Beleuchtungen sogar von jedem Ort innerhalb des Hauses steuern.

 

Obwohl es mir zutiefst widerstrebt, selbst (potentielle) Lauscher in meinem Haus zu installieren, noch der Hinweis: Auch über Alexa & Co. lässt sich das Ganze natürlich steuern.

 

 

Und zum Schluss noch mein persönliches Fazit ..

 

Verwendet man konventionelle Lampen, so verbleiben nur die (Variationen der) ersten beiden Lösungsvorschläge. Nachteil: Man muss in Kauf nehmen, dass die Anzeigen in der Smarthome-App hinsichtlich der (de)aktivierten) Situationen inkonsistent werden können. Vorteil: Im Notfall kann man die Beleuchtung an den Tastern bzw. Aktoren auch manuell - und somit ganz ohne Home Base - schalten, falls diese (mal wieder) streikt.

 

Die kompletteste Einbindung in das Smarthome-System erreicht man mit (Variationen) der dritten Lösung, in der ausschließlich sog. intelligente Lampen verwendet werden. Nachteil: Ohne funktionierende Home Base geht nichts.

 

Viel Erfolg beim Basteln wünscht euch

legro