IP-Anschluss und Faxgerät/QoS bzw. Annex-Variante
vor 14 Jahren
Hallo zusammen,
ich habe einen Kunden, für den ich die technische Umsetzung seines Internetanschlusses realisieren soll.
Bisher war ein Call Basic ISDN Anschluss geschaltet (das Gebiet des Kunden zählte in den letzten 11 Jahren zu den weißen Flecken auf der Landkarte wo mehr nicht ging). Vor Ort ist eine 6 Monate alte ISDN-Anlage, die man VoIP-fähig machen könnte, ein 5 Jahre alter ISDN-Router und eine WLAN-Internetanbindung (802.11a).
Jetzt soll(te) umgestellt werden auf Call & Surf Comfort IP (5) (Kunde wurde durch Telekom angerufen).
Da meinerseits - durch mehrfache Anrufe heute - technische Details des Anschlusses nicht geklärt werden konnten, musste ich den Auftrag (...) stornieren, da ich mit den mir zur Verfügung stehenden Informationen keinen zuverlässigen Betrieb garantieren kann und ich im Allgemeinen genau dann bestellt werde, wenn Qualität und Zuverlässigkeit oberste Priorität haben. Zuvor wurde bereits der Vorgänger-Auftrag (...) vom Kunden selber storniert, als dieser mich anrief und mir mitteilte dass dort ein Speedport W 921V-Router mit auf dem Auftrag stand mit dem ich einerseits keine Qualität sicherstellen kann und der andererseits nicht VPN - u. WDS-fähig ist und möglicherweise nicht mal remote administriert werden kann. In erster Linie war es heute meine Absicht, einen Router zu bestellen, der die Anforderungen für den zu schaltenden Anschluss erfüllt. (Kunde benötigt eine VPN -Verbindung, da er einen All-in-one-Netzwerk-Drucker-Scanner-Kopierer hat und keinen PC und die ganze IT bei seinem Sohn abgewickelt wird, der von dem weißen-Fleck-Problem nicht betroffen war).
Die Fragen die für mich dabei im Raum stehen sind nun die Folgenden :
1) Woran sehe ich, ob ADSL Annex B oder J geschaltet wird? Warum kann einem das keiner sagen? Wer ist da mein Ansprechpartner bei der Telekom? Warum schaltet man bei neuen All-IP-Anschlüssen überhaupt noch ADSL Annex B?
Hintergrund: Viele VoIP-Router, z. B. von LANCOM, sind derzeit leider nicht Annex J-fähig. Nehme ich einen Annex J-fähigen LANCOM-Router (z. B. 1781AW), was kein Problem darstellt, muss aber der VoIP-Teil anderweitig z. B. über ein Gigaset DX800A realisiert werden.
Zusatzfrage: Wenn die Telekom derzeit Annex B schaltet und ich bestelle einen Router der auch nur Annex B kann, kann die Telekom dann eines Tages einfach auf Annex J umstellen und der Kunde hat dann ein Problem?
2) Was soll der Splitter noch bei All-IP-Anschlüssen? Dient der (bei Annex B) einzig der Filterung der PSTN-Speisespannung? Die Hotline hat mir heute leider erzählt, dass das davon abhängt, ob in den Routern schon Splitter integriert sind oder nicht.
3) Die zentrale Frage heute war, unterstützen die SIP-Server der Telekom das Protokoll T.38 für die sichere Übertragung von Faxen über VoIP. Anscheinend hat bei der Telekom noch nie jemand, auch nicht die Technik-Abteilung, was von T.38 gehört. Mir wurde lediglich mitgeteilt (nachdem ich zuvor gerade sagte, dass der Speedport nicht Bestandteil des Auftrags ist), dass Fax über den Speedport funktionieren würde. Nur mit dieser Aussage kann ich leider nichts anfangen, die ist eher wie ein Kaugummi.
Hintergrund: Um Faxe über VoIP zuverlässig zu übertragen, bedarf es besonderer Maßnahmen. Dazu zählt bei Echtzeitübertragung z. B. das T.38 -Protokoll. Alternativ kann eine Übertragung über ein Gateway per E-Mail mit T.37 realisiert werden. Selbiges scheint bei der Telekom in eine Richtung sogar realisiert zu sein, d. h. man kann sich seine Faxe als PDF per E-Mail zuschicken lassen. Problem ist nur die andere Richtung, wie soll der Kunde zuverlässig ein Fax verschicken? (Man beachte auch die Notwendigkeit eines Faxes in Deutschland: Eine Versicherung kann man per Fax kündigen, aber nicht per E-Mail.)
4) Wie wird QoS bei VoIP realisiert? Über DiffServ/DSCP oder über eine 2. PVC (2. ATM-Verbindung) oder über VLAN?
Hintergrund: Ein funktionierendes QoS incl. Bandbreitenreservierungen sowohl in Up- als auch in Downloadrichtung usw. sind wichtig für VoIP ohne Paketverluste und Verzögerungen. Blöderweise gibt es einige neuere Router mit Annex J, die eine 2. PVC wiederum nicht mehr unterstützen, insofern ist hier eine genaue Abklärung der Lage unabdingbar.
5) Ist IPv6 nötig? Gibt es irgendwann einen Umstellungszwang?
Hintergrund: Leider bleibt einigen VoIP-Routern IPv6 verwehrt, so auch dem LANCOM 1722 (1.350 EUR UP incl. VoIP-32-Option). Ich möchte dem Kunden hier keine Fehlinvestition unterschieben.
Unterm Strich ist eine funktionierende Lösung erforderlich. Sollte sich diese mit dem All-IP-Anschluss nicht abzeichnen, werde ich einen herkömmlichen Call & Surf Comfort ISDN beauftragen müssen, auch wenn weder ich noch die Telekom das bevorzugen. Aber da weiß man wenigstens was man bekommt, weil die Schnittstellen dann klar definiert sind.
Vielen Dank für Eure Hilfe.
P.S.: Ich habe mich hier ins Forum mit den Kundendaten eines anderen Kunden eingeloggt, da für den ISDN-Anschluss keine Daten zur Verfügung stehen.
Anmerkung Telekom Team: (...) Vorgangs- und Auftragsnummern aus Datenschutzgründen entfernt.
ich habe einen Kunden, für den ich die technische Umsetzung seines Internetanschlusses realisieren soll.
Bisher war ein Call Basic ISDN Anschluss geschaltet (das Gebiet des Kunden zählte in den letzten 11 Jahren zu den weißen Flecken auf der Landkarte wo mehr nicht ging). Vor Ort ist eine 6 Monate alte ISDN-Anlage, die man VoIP-fähig machen könnte, ein 5 Jahre alter ISDN-Router und eine WLAN-Internetanbindung (802.11a).
Jetzt soll(te) umgestellt werden auf Call & Surf Comfort IP (5) (Kunde wurde durch Telekom angerufen).
Da meinerseits - durch mehrfache Anrufe heute - technische Details des Anschlusses nicht geklärt werden konnten, musste ich den Auftrag (...) stornieren, da ich mit den mir zur Verfügung stehenden Informationen keinen zuverlässigen Betrieb garantieren kann und ich im Allgemeinen genau dann bestellt werde, wenn Qualität und Zuverlässigkeit oberste Priorität haben. Zuvor wurde bereits der Vorgänger-Auftrag (...) vom Kunden selber storniert, als dieser mich anrief und mir mitteilte dass dort ein Speedport W 921V-Router mit auf dem Auftrag stand mit dem ich einerseits keine Qualität sicherstellen kann und der andererseits nicht VPN - u. WDS-fähig ist und möglicherweise nicht mal remote administriert werden kann. In erster Linie war es heute meine Absicht, einen Router zu bestellen, der die Anforderungen für den zu schaltenden Anschluss erfüllt. (Kunde benötigt eine VPN -Verbindung, da er einen All-in-one-Netzwerk-Drucker-Scanner-Kopierer hat und keinen PC und die ganze IT bei seinem Sohn abgewickelt wird, der von dem weißen-Fleck-Problem nicht betroffen war).
Die Fragen die für mich dabei im Raum stehen sind nun die Folgenden :
1) Woran sehe ich, ob ADSL Annex B oder J geschaltet wird? Warum kann einem das keiner sagen? Wer ist da mein Ansprechpartner bei der Telekom? Warum schaltet man bei neuen All-IP-Anschlüssen überhaupt noch ADSL Annex B?
Hintergrund: Viele VoIP-Router, z. B. von LANCOM, sind derzeit leider nicht Annex J-fähig. Nehme ich einen Annex J-fähigen LANCOM-Router (z. B. 1781AW), was kein Problem darstellt, muss aber der VoIP-Teil anderweitig z. B. über ein Gigaset DX800A realisiert werden.
Zusatzfrage: Wenn die Telekom derzeit Annex B schaltet und ich bestelle einen Router der auch nur Annex B kann, kann die Telekom dann eines Tages einfach auf Annex J umstellen und der Kunde hat dann ein Problem?
2) Was soll der Splitter noch bei All-IP-Anschlüssen? Dient der (bei Annex B) einzig der Filterung der PSTN-Speisespannung? Die Hotline hat mir heute leider erzählt, dass das davon abhängt, ob in den Routern schon Splitter integriert sind oder nicht.
3) Die zentrale Frage heute war, unterstützen die SIP-Server der Telekom das Protokoll T.38 für die sichere Übertragung von Faxen über VoIP. Anscheinend hat bei der Telekom noch nie jemand, auch nicht die Technik-Abteilung, was von T.38 gehört. Mir wurde lediglich mitgeteilt (nachdem ich zuvor gerade sagte, dass der Speedport nicht Bestandteil des Auftrags ist), dass Fax über den Speedport funktionieren würde. Nur mit dieser Aussage kann ich leider nichts anfangen, die ist eher wie ein Kaugummi.
Hintergrund: Um Faxe über VoIP zuverlässig zu übertragen, bedarf es besonderer Maßnahmen. Dazu zählt bei Echtzeitübertragung z. B. das T.38 -Protokoll. Alternativ kann eine Übertragung über ein Gateway per E-Mail mit T.37 realisiert werden. Selbiges scheint bei der Telekom in eine Richtung sogar realisiert zu sein, d. h. man kann sich seine Faxe als PDF per E-Mail zuschicken lassen. Problem ist nur die andere Richtung, wie soll der Kunde zuverlässig ein Fax verschicken? (Man beachte auch die Notwendigkeit eines Faxes in Deutschland: Eine Versicherung kann man per Fax kündigen, aber nicht per E-Mail.)
4) Wie wird QoS bei VoIP realisiert? Über DiffServ/DSCP oder über eine 2. PVC (2. ATM-Verbindung) oder über VLAN?
Hintergrund: Ein funktionierendes QoS incl. Bandbreitenreservierungen sowohl in Up- als auch in Downloadrichtung usw. sind wichtig für VoIP ohne Paketverluste und Verzögerungen. Blöderweise gibt es einige neuere Router mit Annex J, die eine 2. PVC wiederum nicht mehr unterstützen, insofern ist hier eine genaue Abklärung der Lage unabdingbar.
5) Ist IPv6 nötig? Gibt es irgendwann einen Umstellungszwang?
Hintergrund: Leider bleibt einigen VoIP-Routern IPv6 verwehrt, so auch dem LANCOM 1722 (1.350 EUR UP incl. VoIP-32-Option). Ich möchte dem Kunden hier keine Fehlinvestition unterschieben.
Unterm Strich ist eine funktionierende Lösung erforderlich. Sollte sich diese mit dem All-IP-Anschluss nicht abzeichnen, werde ich einen herkömmlichen Call & Surf Comfort ISDN beauftragen müssen, auch wenn weder ich noch die Telekom das bevorzugen. Aber da weiß man wenigstens was man bekommt, weil die Schnittstellen dann klar definiert sind.
Vielen Dank für Eure Hilfe.
P.S.: Ich habe mich hier ins Forum mit den Kundendaten eines anderen Kunden eingeloggt, da für den ISDN-Anschluss keine Daten zur Verfügung stehen.
Anmerkung Telekom Team: (...) Vorgangs- und Auftragsnummern aus Datenschutzgründen entfernt.
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