Die Telekom hilft Community zieht um und ist bis zum 8. Januar 2025 nur eingeschränkt zugänglich.
Gelöst
Peering zwischen T-Online und WilhelmTel
vor 6 Jahren
Hallo zusammen,
leider sind Peering Probleme zwischen Service Providern und/oder Transit-Providern schwer zu addressieren und auch als Endverbraucher richtig zu identifizieren. Ich hoffe, uns kann trotzdem jemand weiterhelfen.
Gegeben ist eine Gruppe aus Arbeitskollegen, die deutschlandweit verteilt sitzen. Ein Großteil davon hat Telekomanschlüsse, ein paar Personen aber aufgrund von Verfügbarkeiten lokale Internetanbieter. Wir tauschen untereinander größere Dateien aus und haben hierfür entsprechendei FTP / HTTP / File Server usw. Nun haben wir festgestellt, dass Datentransfers zwischen bestimmten Anschlüssen/Personen extremst langsam sind. Pro Übertragung sind ~200 KB/s möglich. Werden mehrere Dateien parallel übertragen, bekommt jede Übertragung jeweils 200KB/s, bis zum Maximum des jeweiligen Uploads. Die Thematik ist Protokollunabhängig. Konkret betrifft es den Datenaustausch zwischen
149.233.192.0/20 Wilhelm Tel
und
91.0.0.0/12 Telekom Magenta Tarifen
Kollegen, die durch Zufall in einem anderen Adresspool bei der Telekom landen (scheint Regionsabhängig zu sein, je nach Radiusserver?), haben keinerlei Probleme. Telekom Business Anschlüsse (Deutschland LAN V/D) und Mobilfunk sind nie betroffen, genausowenig wie Company Connect/ DCIP Anschlüsse. Stellen wir die Datenübertragung auf IPv6 um (nur möglich bei den Personen, die schon Magenta Tarif mit Dual Stack haben), ist die volle Übertragungsrate sofort bei einem Transfer gegeben.
Anhand eines Trace Routes ist es mir nicht möglich zu erkennen, wer Schuld an der Limitierung hat.
tracert 149.233.21x.x
Routenverfolgung zu 149.233.21x.x.dynamic-pppoe.dt.ipv4.wtnet.de [149.233.21x.x]
über maximal 30 Hops:
1 <1 ms <1 ms <1 ms fritz.box [192.168.xxx]
2 4 ms 4 ms 4 ms 62.155.240.128
3 12 ms 13 ms 12 ms 217.5.118.14
4 12 ms 13 ms 12 ms 80.156.160.126
5 18 ms 18 ms 18 ms ae6-3.RT.GCN.HAM.DE.retn.net [87.245.232.180]
6 28 ms 28 ms 28 ms GW-WTNet.retn.net [87.245.240.115]
7 29 ms 28 ms 28 ms b99.pop111-asr.ipv4.wtnet.de [84.46.115.41]
8 35 ms 43 ms 31 ms 149.233.21x.x.dynamic-pppoe.dt.ipv4.wtnet.de [149.233.21x.x]
Ich hoffe, uns kann jemand helfen und das Thema an die entsprechende Backbone Abteilung weitergeben, vielen Dank
Gruß Dr.Einstein
1187
0
11
Akzeptierte Lösungen
Alle Antworten
Sortieren
Älteste zuerst
Neueste zuerst
Älteste zuerst
Autor
Das könnte Ihnen auch weiterhelfen
vor 5 Monaten
1196
2
6
vor 5 Jahren
598
0
1
vor 4 Jahren
3281
0
2
vor 5 Jahren
387
0
3
vor 3 Jahren
1072
0
3
Akzeptierte Lösung
talk
1 Stern Mitgestalter*in
akzeptiert von
Anna J.
vor 6 Jahren
Hallo,
Die Deutsche Telekom und Wilhelm-Tel haben für ihre IP-Backbones wohl keine direkte Zusammenschaltung. Das von Dir gepostete Traceroute zeigt ein Routing über den Transit-Carrier RETN (siehe in Zeile 5 + 6) für Datenverkehr aus dem Netz der Telekom zu Wilhelm-Tel. Neben retn.net hat Wilhelm-Tel auch noch andere Transit-Provider wie z.B. Level 3, KPN oder Telia.
Wenn verschiedene Telekom-Kunden ein unterschiedlich gutes Routing zu Wilhelm-Tel haben, könnte dies vom jeweiligen IP-Adresspool des Telekom-Nutzers abhängig sein. Die Telekom nutzt eine Vielzahl von IP-Adressblöcken - da ist es durchaus möglich, daß die Router von Wilhelm-Tel (oder seiner Transit-Carrier) unterschiedliche Routings zu den verschiedenen IP-Blöcken der Telekom gelernt haben.
Unterschiedliche Routings können aber auch eine unterschiedliche Qualität aufweisen. Zudem darf man nicht vergessen, daß das "offene Internet" keine Zusicherung von bestimmten Übertragungseigenschaften kennt. Spezielle Qualitätssicherungsmaßnahmen z.B. für VoIP funktionieren üblicherweise höchstens innerhalb eines Providernetzes.
Viele Provider sind heutzutage an zentralen Knotenpunkten (wie z.B. dem DE-CIX in Frankfurt) vertreten und tauschen dort mit vielen anderen Providern im Rahmen von (kostenneutralen) Peerings ihren Datenverkehr untereinander aus. Große Provider sind aber meist kaum oder gar nicht bereit, mit kleinen Providern ein solches Peering einzurichten.
Stattdessen wollen die großen Carrier den kleinen Anbietern lieber kostenpflichtigen IP-Transit oder Dinge wie ein "paid peering" verkaufen. Da dies wiederum für kleine Provider oftmals nicht allzu attraktiv ist (die Telekom soll bei diesen Produkten im Markt relativ teuer sein), läuft der Datenaustausch zwischen kleinen Providern und der Telekom oftmals über sogenannte Tier-1-Carrier ("tier" ist englisch für "Rang", gemeint sind hiermit die wichtigsten Internet-Provider zu denen auch die Telekom gehört), die üblicherweise untereinander kostenfrei Traffic austauschen.
Aber auch dort kann es zu Problemen kommen - und zwar wenn ein Peering zwischen der Telekom und einem anderen Tier-1- ISP langsam volläuft und das Verhandeln losgeht, wer wann was ausbauen soll, um den Datenverkehr nicht auszubremsen. Das kann sich ggf. auch für den Nutzer in einer eingeschränkten Qualität des Routings bemerkbar machen, insbesondere bei Streamingdiensten.
Dein Traceroute zeigt wie gesagt den Weg von der Telekom zu Wilhelm-Tel. Über den Rückweg sagt dies nichts aus. Stammt dies eigentlich von einem Anschluß mit guter oder mit schlechter Verbindung zu Wilhelm-Tel? Die Laufzeiten der letzten Hops sind leicht erhöht, aber eigentlich durchaus noch im Rahmen.
Interessant wäre es, wenn ein Nutzer mit Wilhelm-Tel-Anschluß mal Traceroutes zu verschiedenen Telekom-IPs (solchen mit guter und solchen mit schlechter Verbindung zu Wilhelm-Tel) erstellen könnte.
cu talk
1
0