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IP Adresse nachverfolgen

5 Sterne Mitgestalter
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Beitrag: 16 von 23

Ich geb dir mal ein Beispiel, wie das funtkioniert.

 

Es wurde etwas unerlaubtes im Internet gemacht, am 05.07.2019 um 13:42

Die Polizei hat dabei die IP Adresse 1.2.3.4 sichergestellt.

 

Die Polizeit/Staatsanwaltschaft geht zu einem Richter und bitte um die Erlaubnis, die Identität feststellen zu dürfen, welche sich hinter der IP 1.2.3.4 am 05.07.2019 um 13:42 verbirgt.

 

Das Gericht bewilligt den Antrag.

 

Die Staatsanwaltschaft meldet sich bei der Telekom mit dem Gerichtsbeschluss:

"Bitte teilen Sie uns mit, wer sich am 05.07.2019 um 13:42 mit der IP Adresse 1.2.3.4 mit dem Internet verbunden war"

 

Die Telekom sucht dann nach der IP Adresse und den dazu passenden Zeitstempel und gibt die Informationen raus.

 

########

 

Meldet sich die Staatsanwaltschaft aber erst am 14.07.2019 bei der Telekom, wird die Telelekom ebenfalls nach der IP Adresse und dem Zeitstempel suchen. Hier jedoch Antworten, dass keine Daten mehr vorliegen.

 

########

 

 

Die Staatsanwaltschaft kann auch beantragen, dass die Daten für die IP Adresse 1.2.3.4 länger gespeichert werden. Zum Beispiel, wenn der Gerichtsbeschluss länger dauert oder andere ermittlungstechnische Dinge dafür sprechen.

Wenn ein Gericht dazu einen Beschluss ausstellt, ist die Telekom dazu verpflichtet dem Folge zu leisten.

 

 

Aber von sich aus, bleiben die Daten durch die Telekom eben nur 7 Tage gespeichert.

 

Es werden also immer nur Zeitstempel gespeichert. Quasi jede Sekunde die eine IP Adresse jemanden zugeordnet ist.

Alles was über 7 Tage hinaus geht, fällt dann hinten runter - während vorne neue Sekunden gespeichert werden.

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Beitrag: 17 von 23

Gehen wir weiter.

Nehmen wir an, Unerlaubtes wurde am 5.7. um 13;42 auf der angenommenen Seite www.unerlaubt.com gemacht.

Verwendet wurde dabei der google DNS Server.

Es sei mittlerweile bereits der 20.7.

 

Mist. Bei der Telekom war nix beantragt und jetzt sind die Infos (da länger als 7 Tage her) bei der Telekom weg, wem die IP-Adresse zum fraglichen Zeitpunkt gehörte. Außer es ist ein Fehler passiert und die Daten wurden versehentlich nicht gelöscht.

 

Ein findiger Ermittler wird die Telekom vielleicht fragen:

  • Wem gehörte am 13.7. diese IP-Adresse?
    Und aus der Kenntnis, dass die möglicherweise auch schon am 5.7. zum selben Anschluss gehörte wird er mal einen ersten Verdächtigen haben, bei dem es sich lohnt, rumzugraben.
  • Hat der Betreiber der Seite www.unerlaubtes.com möglicherweise noch irgendwelche Logfiles, an die man rankommen kann?
    Möglicherweise hat der Betreiber ja die Browser Fingerprints der Zugriffe gespeichert.
    Jetzt steht dieser doofe Server aber nicht in Deutschland, wodurch sich die ganze Sache verkompliziert, von dort Datenauskunft zu erhalten.
    Aber wenn Du so richtig tief reingegriffen hast, dann fährt man auch schwerere Geschütze auf und hackt den Server www.unerlaubtes.com und holt sich die gewünschten Infos inoffiziell.

Sobald Du mal in den Kreis der Hauptverdächtigen aufgenommen wurdest wird man auch durch andere Maßnahmen gegen Dich Beweise finden.

 

In anderen Worten: Das Risiko bzw. die Gefahr hinterher dingfest gemacht zu werden ist auch nach mehr als 7 Tagen nicht genau kalkulierbar. Hängt aber auch davon ab, wie schwerwiegend das ist, was man gemacht hat.

 

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Beitrag: 18 von 23

Vielen Dank für die Antwort!

Meine zweite Frage hat das sehr gut beantwortet :] Unabhängig wie lange bereits eine IP einem Anschluss zugeordnet worden ist, können über die 7 Tage hinaus keine Aussagen mehr zu dem zugehörigen Anschluss getätigt werden.  Es könnte also bereits seit 90 Tagen dieselbe IP genutzt werden, die Telekom kann jedoch nur für die letzten 7 Tage eindeutig sagen wem diese gehörte. Hoffe ich habe das so richtig verstanden. 

Nun noch einmal zur ersten Frage:
Wird denn zusammen mit der Anschlusskennung wem welche IP zugeordnet wird auch weitere persönliche Daten innerhalb der 7 Tage dokumentiert? Beispielsweise welche politischen Seiten besucht wurden oder welche Beitäge verfasst wurden? Zählt dies zu den Verkehrsdaten die innerhalb der 7 Tage gespeichert werden dürfen oder werden inhaltliche/personenbezogene Informationen nicht erfasst? In einem Artikel auf T-Online heißt es dazu beispielsweise :
"Über die IP-Adresse kann der Internet-Provider zudem den Datenstrom seiner Kunden nachverfolgen. Theoretisch weiß Ihr Internetanbieter also, wonach Sie im Netz gesucht, welche Seiten Sie besucht und welche Dateien Sie heruntergeladen haben. Nach der aktuellen Gesetzgebung müssen Internet-Provider jedoch die gesamten Verlaufsdaten einer Internetsitzung löschen, sobald diese beendet ist."
Es ist mir nicht ganz deutlich welche Daten innerhalb dieser 7 Tage erfasst werden können. 

Vielen Dank bereits im Voraus für die Rückmeldung!

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Beitrag: 19 von 23

@brigitte.schneider4 

Hast Du eigentlich etwas Illegales begangen und hast jetzt Angst - oder hast Du vor, etwas Illegales zu begehen und versuchst im Vorfeld auszuloten, wie Du möglichst nicht erwischt wirst?

 

Es gibt VPN-Anbieter insbesondere im Ausland, die behaupten, gar keine solchen Daten zu speichern. Ob das stimmt wird sich erst rausstellen wenn es ein Problem gibt. Und wie man Dir auf die Schliche gekommen ist wird man eher nicht offenlegen.

 

Deine ganzen detaillierten Fragen -  geh davon aus: die Antworten hier sind in der Praxis nicht zu 100% korrekt.

Ich gehe davon aus, dass die Telekom die aufgerufenen Seiten normalerweise nicht mit protokolliert. Nur Deine IP-Adresse.

 

Ruf übrigens mal diese Seite auf

https://amiunique.org/fp

Das sind Infos zu Deinem Endgerät, die eine Seite, die Du aufrufst, leicht herausbekommen kann.

Und wenn die Polizei diesen "Fingerprint" von Deinem PC nimmt und das übereinstimmt... dann gilt: Pech gehabt.

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Beitrag: 20 von 23

Okay das ist nachvollziehbar. 

Kreis der Hauptverdächtige, das hört sich ja schlimm an :D Es geht mir eher darum welche Möglichkeiten im Moment bestehen das Nutzerverhalten aufzuzeichnen und somit eine Art Profiling durchzuführen (Stichwort Gläserner Bürger und Vorratsdatenspeicherung). Auch wenn die Telekom die Daten selber nicht auswertet und nur mit Gerichtsbeschluss weitergibt, ist es trotzdem ein ungutes Gefühl wenn der Provider theoretisch gedacht das ganze Nutzerverhalten einer Person über eine längere Zeit auswerten könnte.