Odysee eines Kunden oder Ruin durch IP
vor 11 Jahren
28.12.2014
Ich bestelle einen neuen IP-Telefonanschluss und schreibe dazu der Telekom, dass ich dazu eine Beratung zu unserer bestehenden Firmentelefonanlage benötige.
29.12.2014
Die Telekom gibt mit eine Ticket-Nummer: 6687353
Man melde sich bald !
06.01.2015
Ich schreibe der Telekom nochmals mein Anliegen, da sich niemand gemeldet hat.
Anfang Januar:
Ich bekomme eine Auftragsbestätigung mit einem Umstellungstermin auf IP: 6.2.2015,
jedoch keine Beratung
Mitte Januar:
Ich rufe die Hotline an und bitte um Beratung zu den Endgeräten wegen des nahenden Umstellungstermin. Man sagt mir einen Rückruf zu.
Mitte Januar:
Ich lese im Kundencenter, dass mein Auftrag storniert wurde.
Mitte Januar:
Ich rufe der Telekom an und frage wegen der Stornierung nach. Ursache bleibt im Unklaren.
Ich frage wegen der Telefonanlage an und erhalte folgende Auskunft:
- ISDN-Anlagen funktionieren an IP-Anschlüssen grundsätzlich nicht
- Empfohlen wird der Speedport W 724 V: alternativlos
- Der Speedport ersetzt eine Telefonanlage mit bis zu 5 Telefonen
- Die Installation im Firmennetz kann selbst problemlos durchgeführt werden
Ich bestelle den Speedport telefonisch.
10.02.2015
Die Telekom gibt mit eine Ticket-Nummer auf meine e-mail vom 6.01.2015: 6976498
Man melde sich bald !
16.02.2015
Ich bekomme eine Auftragsbestätigung mit einem Umstellungstermin auf IP: 13.3.2015,
jedoch keine Beratung.
Der Speedport fehlt auf der AB.
16.02.2015
Ich reklamiere bei der Hotline wegen des fehlenden Speedports.
Der Speedport hat nun einen anderen Preis als im Januar offeriert (Nach einigem Hin und Herr korrigiert die Telekom das später)
Anfang März
Im Telekomhilft-Forum erhalte ich den Hinweis, dass es doch Router mit der Anschlussmöglichkeit für ISDN-Anlagen am S0-Port gibt. Die Telekom vertreibt ein solches Produkt unter dem Namen Speedlink 5501.
Ich rufe bei der Hotline an und erhalte die Auskunft:
- Ja, die Telekom vertreibt das Produkt
- Am S0-Anschluss des Routers kann die Octopus E30 - Anlage angeschlossen werden
- Der Router funktioniert ansonsten wie der Speedport-Router
Ich storniere den Speedport W 724 V und bestelle statt dessen den Speedlink 5501
13.03.2015
Der IP-Anschluss wird umgestellt.
Ich installiere den Router und verbringe eine Nacht damit, an allen Geräten die IP-Adressen zu ändern, das der Speedlink 5501 anders adressiert als der Speedport. Weitere Tage später gelingt es auch, die Dongles neu zu adressieren.
23.03.2015
Unsere Octopus-Telefonanlage ist nach 15 störungsfreien Jahren plötzlich defekt.
Die Hotline bestreitet, dass ein technischer Zusammenhang mit der IP-Umstellung im weitesten Sinn bestehen könnte.
24.03.2015
Wir kaufen einen Satz Speedphones, um ersatzweise mit dem Telefonanlagenmodus des Routers telefonieren zu können. Die Speedphones funktionieren nicht.
Ich rufe der Hotline an, die sich das nicht erklären kann.
Nach Internetrecherche stellt sich heraus, dass der Speedlink 5501 keine DECT -Funktion hat. Ich rufe die Hotline an und kläre diese über ihr Produkt auf.
Ich bitte um sofortigen Austausch des Routers gegen einen mit DECT -Telefonanlagenfunktion.
26.03.2015
Die Telekom kommt ins Haus und installiert den Router.
Wie die Synchronisation des Telefonbuchs im Router mit dem im Kundencenter funktioniert, weiss der Monteur nicht.
Ich verbringe den Rest des Tages damit, die IP-Adresssierung der Netzwerkgeräte wieder zurückzustellen.
26.03.2015
Ich rufe der Hotline an und frage nach der Synchronisation der Telefonbücher und erhalte die Auskunft, dass dies nicht möglich ist. Die 1.000 Adressen unseres Telefonbuchs sollen einzeln in den Router eingegeben werden.
Ich verlange bei der Hotline eine höhere Kompetenzstufe und fordere eine verbindliche Beratung zu den Telefoniemöglichkeiten eines kleinen Unternehmens an einem IP-Anschluss an.
27.03.2015
Der von einer Teamleiterin arrangierte Rückruf eines Technikers erfolgt. Er kündigt an, dass die Telekom in Kürze auch eine TK-Anlage anbieten kann: Octopus F55. Wir vereinbaren, dass das Angebot erstellt werden soll, sobald die Anlage freigegeben ist.
27.03.2015, 16:30 Uhr
Unsere Anschluss ist telefonisch nicht mehr erreichbar. Wir können nicht mehr telefonieren.
Ich rufe der Hotline an. Diese analysiert eine Netzstörung in unserem Bereich.
Der Techniker in Kiel erklärt mir, dass ein Zusammenhang zwischen der Netzstörung und dem Tod unserer Telefonanlage technisch sehr wohl möglich ist.
30.03.2015, 8:00 Uhr
Wir stellen fest, dass auch die Rufumleitung im Kundencenter auf das Mobiltelefon nicht funktioniert.
Unser Unternehmen ist nicht erreichbar.
30.03.2015, 12:00 Uhr
Der avisierte Telekom-Techniker kommt ins Haus und stellt den Router neu ein. Von einer Netzstörung weiss er nichts. Mir wird erklärt, es handle sich um ein Router-Problem.
Um 13:00 Uhr funktioniert die Telefonie wieder.
30.03.2015, 16:00 Uhr
Unsere Anschluss ist erneut telefonisch nicht mehr erreichbar. Wir können nicht telefonieren. Die Rufumleitung funktioniert nicht.
Die Hotline erklärt mir, es handle sich um eine Netzstörung, von der noch 500 andere Kunden betroffen seien.
30.03.2015, 22:50 Uhr
Ich rufe bei der Hotline an. Man erklärt mir, die Netzstörung sei behoben.
Unser Anschluss funktioniert dennoch nicht. Die Hotline weiss keinen Rat. Ich solle bis zum nächsten morgen warten
30.03.2015, 23:00 Uhr
Ich schreibe dem Vorstand der Telekom Deutschland GmbH in Bonn.
31.03.2015, 8:25 Uhr
Ich rufe erneut die Hotline an. Man kann mir nicht weiterhelfen. Ich werde auch nicht an eine höhere Kompetenzstufe verbunden.
Meine Mitarbeiter sitzen im Büro ohne Telefon. Auf einer Baustelle gibt es einen Sturmschaden. Wir sind als Bauleitung nicht erreichbar.
An diesem Punkt werde ich laut. Man sehe mir das nach.
31.03.2015, 8:35 Uhr
Ich rufe erneut die Hotline an und werde in Kompetenzstufe 2 verbunden. Diese prüft nochmals den Anschluss und den Router und analysiert eine Netzstörung.
Der Mitarbeiter erklärt mir, dass seine Möglichkeiten und auch die der nächsten Kompetenzstufe erschöpft sind. Das Problem werde bei einer Abteilung VPN bearbeitet, auf die niemand von der Hotline Zugriff habe. Die Bearbeitung könne bis zu zwei Wochen dauern.
Ich erläutere den Schaden, der uns entsteht.
31.03.2015, 11:30 Uhr und 13:30 Uhr
Ich rufe der Hotline an und erhalte keine neuen Auskünfte.
31.03.2015, 16:00 Uhr
Ich rufe der Bundesnetzagentur in Berlin an.
Die zuständigen Mitarbeiter sind erst morgen erreichbar.
31.03.2015, 16:50 Uhr
Ich schreibe den letzten Sachverhalt nochmals dem Vorstand der Deutschen Telekom.
Eine Mitarbeiterin der Telekom, die ich ins CC setze meldet sich. Sie zeigt sich engagiert, kommt aber nicht weiter. Ich solle mich auf den Folgetag gedulden.
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